Vom Duft der Rosen

hauchend - strömend - ausbreitend raumfüllend - spurenhaft -  zurückhaltend.

so werden die Düfte der Rosen von der Meisterin in der Erforschung von Düften

Alma de l’Aigle beschrieben

Duft gehört für viele Rosenliebhaber zu einer Rose dazu. Es gibt wohl niemanden der, wenn er einen Rosenstrauß geschenkt bekommt, nicht erst einmal seine Nase hinein hält

oder bei einem Besuch eines Rosengartens alle Rosen die uns die Blüten in Brust oder Kopfhöhe präsentieren, erst einmal beschnuppern muss.

Sicher ist der Duft ein wichtiger Faktor. Zum Teil sind wir aber auch schon von der Blüte so angetan, dass das Parfum der Rose zur Nebensache wird. Wie auch immer, perfekt sind unsere Lieblinge nur wenn sie auch einen guten Duft verströmen.

 

Alle Fotos auf dieser Seite sind in unserem Garten gemacht worden und zeigen Rosen, die

( so empfinden wir es jedenfalls )einen sehr wohlriechenden Duft verströmen

 

Warum Rosen duften

Rosen mit Duft im Rosengarten Loccum
"Unsere" Acapella ist eine gesunde Rose mit intensiven, Duft

Aus einem ganz einfachen Grund:

 

Sowohl Rosen als auch andere Duftpflanzen verströmen ihren Duft mit der Absicht, Insekten anzulocken. Der Duft der Blüten zieht Käfer, Mücken, Schwebfliegen, Wespen, Hummeln, Honigbienen, aber auch Vögel und Fledermäuse an. Sie finden Nahrung in Form von Pollen und Nektar in der Blüte, bestäuben dabei gleichzeitig, jedoch unabsichtlich die Pflanze und sichern damit den Fortbestand der jeweiligen Pflanzenart.

 

Die duftenden Substanzen, welche vornehmlich von den Petalen ausgesandt werden sind  ätherische, leicht flüchtige Öle.

 

Der Rosenduft verfügt über 450 bekannte und 120 noch unbekannte Bestandteile. Die Verteilung auf der Blüte ist sehr unterschiedlich: im äußeren Teil der Blüte ziehen Rosenalkohole – zu ihnen zählen Citronellol, Geraniol und Nerol – Bienen, Hummeln und Hornissen an. Auf andere Insekten wirken diese Stoffe hingegen abweisend.

 

Als nächstes geraten die bestäubenden Insekten in einen Phenyl-Ethanol- Rausch. Sie kriechen betäubt weiter in die Mitte der Rose, wo ihnen vertraute Gerüche entgegen kommen wie Eugenol und Citral. Das eher würzige, nelkenähnliche Eugenol und das Citral, ein warmer Zitrusduft, sind verwandt mit Düften, wie sie auch in Bienenstöcken vorkommen. Sie wedeln mit ihren Körpern und streifen den Pollen anderer Blüten ab, so dass es zur Bestäubung kommt. Der Duft der Rose hat ausschließlich das Ziel, Insekten zur Bestäubung anzuziehen. Obwohl Bienen die Farbe Rot nicht wahrnehmen können, fliegen sie auch auf rote Rosen, da sie vom Duft und nicht von der Farbe angezogen werden.

Quelle: Hauenstein rafz.ch

 

Alte oder neue Rosen - welche duften besser?

 

Ob alte Rosen intensiver duften als neue, wie dies oft behauptet wird, kann nicht bestätigt werden. Es gibt bei allen Kategorien – von den Wildrosen über Kletterrosen bis zu den Edelrosen – solche die stärker, andere die schwächer oder gar nicht duften.

 

Eine Untersuchung (W.E. Lammerts und G.Krüssmann) hat ergeben, dass 20 Prozent der alten Sorten einen starken Duft verströmen. 25 Prozent sind ohne Duft und die übrigen 55 Prozent verbreiten einen schwachen Duft. Dabei können diese Düfte, insbesondere die schwachen nicht von allen Menschen wahrgenommen werden.

 

Laut einer Studie von N.F. Miller können bei Rosen 25 Arten von Duft unterschieden werden. Je nach Sorte ist die Zusammensetzung unterschiedlich. Duftnoten von Kresse, Iris, Veilchen, Apfel, Zitrone, Banane, Klee, Orange, Moos, Honig, Wein, Himbeere, Pfeffer und verschiedene andere können unter Umständen ausgemacht werden

 

Der Wandel der Anforderungen an modernen Sorten

Rosen mit Duft im Rosengarten Loccum
"Unsere" Kleinstrauchrose Bengali, verströmt einen starken, intensiven würzigen Duft

 

Die meisten Wildarten und "Alten Rosen" duften. 

 

Aber: die Züchtung von winterharten Sorten gelang zunächst nur durch das Einkreuzen von unempfindlichen, aber nicht duftenden Wildarten. So wurde zugunsten der Winterhärte der Verlust des Duftes in Kauf genommen  

(die Gene des Duftes sind mit denen der Krankheitsanfälligkeit meistens gekoppelt).

 

Nach der Winterhärte erhielt die Gesundheit der Rosen, die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten wie Mehltau und Rost, oberste Priorität; der Duft musste immer noch zurückstehen. 

 

 

In Bezug auf Schnittrosen ist sogar beabsichtigt, dass sie nicht duften. Schnittblumen werden heute überall auf der Welt produziert und per Luftfracht verschickt, sie müssen deshalb im Knospenstadium sehr langlebig sein. Man hat herausgefunden, dass der Duft einen Anreiz für die Knospe darstellt, sich zu öffnen, und man hat deshalb gezielt Rosen ohne Duft gezüchtet. (Quelle Rosen Jahrbuch 1996)

 

Bei der Zucht vieler neuer Rosensorten stand das Aussehen der Blüten im Vordergrund und so verschwand der Rosenduft mit den Generationen

Rosen mit Duft im Rosengarten Loccum
Foto: "Unsere" Deep Impression ihr Duft ist leicht aber beständig, mit Himbeeraroma

 

....Die Rosenzucht hat dieser Entwicklung von Verwendung und Eigenschaftswünschen im Laufe der Geschichte vielfältig Rechnung getragen und der explosionsartige Anstieg der Sortenvielfalt der Neuzeit zeigt nun einmal auch solche Sorten, die, angepasst an die je bevorzugte Verwendung, z.B. weniger oder gar nicht mehr duften, dafür aber »marktkompatibel« andere gewünschte und bevorzugte Eigenschaften besonders gut können.

 

Zum Beispiel haltbare Blüten für die Vase zu liefern oder sich selbst reinigende Blühteppiche für unzugängliche Flächen bei den sogenannten Bodendecker- oder Flächenrosen.

 

Seien diese Rosen auch im »Volkspark«, längst einer Straße oder im eigenen Garten gepflanzt – oder als Blumenstrauß verschenkt: Duft ist für solche Sorten kaum entscheidend. Wenn gleich unsere Wahrnehmung der Rose seit jeher dieselbe ist: über Auge und Nase....

Quelle:rosen-kultur.de/text-duft-alte-rosen.html

Die Duftintensität der Rosen

Rosen mit Duft im Rosengarten Loccum
Foto: "Unsere" Crown Princess Margareta starker fruchtiger und süßer Duft

Ab ungefähr 1980 stieg die Nachfrage nach duftenden Rosen dann wieder.

Spätestens nach dem der Englische Züchter David Austin begann Rosen zu züchten die heute unter dem Begriff Englische Rosen auf dem Markt sind.

 

Diesen Rosen wird nachgesagt, dass sie den Charm und den Duft historischer Rosen, mit den Vorzügen der modernen öfter blühenden Sorten vereinen.

 

Mittlerweile sind auch deutsche Züchter wieder dabei neue Sorten mit nostalgischer Blütenform und viel Duft zu züchten. Zur Zeit sind reichlich neue Sorten, mit gutem Duft in den Rosenkatalogen zu finden

 

Es gibt viele Neuzüchtungen, die je nach Farbe einen blumigen Duft haben, das sind meist die roten und rosafarbenen Sorten oder die gelben oder Weißen, die eher einen Fruchtigen besitzen oder nach Gewürzen und Kräutern riechen.

 

Düfte sind oft in unserem Gehirn mit bestimmten Erfahrungen und Erinnerungen verknüpft, welche auch darüber entscheiden, ob ein Duft als angenehm oder abstoßend empfunden wird. Außerdem hängt die Wahrnehmung von dem individuellen Schwellenwert ab.

Auch das Erschnuppern des Rosenduftes will gelernt sein. Theoretisch können die Riechzellen ca. 10.000 verschieden Gerüche unterscheiden. Durchschnittlich geübte Personen können aber nur ca. die Hälfte davon richtig zuordnen. 

 

 

....Die Düfte werden von den Menschen also sehr unterschiedlich wahrgenommen. Werner Ruf beschreibt es in seinem Buch, die Natur der Rosen folgendermaßen:

 

Düfte werden von jedem Menschen individuell wahrgenommen. Es gibt auch keine Möglichkeit sich gegen Düfte zu wehren. Sie werden wahrgenommen und wirken direkt auf das vegetative Nervensystem- ich würde sagen unter der Umgehung der Intelligenz. Man empfindet sie einfach und hat Gefühle dazu.... Ich habe schon oft erlebt dass Menschen von der Duftnuance einer Rose total begeistert waren und andere total entsetzt...z.B. empfinden einige Menschen den Duft einer nach Myrre duftenden Rose als würzig oder harzig, andere vergleichen ihn mit dem Geruch von Mottenkugeln... Das beschreibt so Herr Ruf, aber ich selber habe es auch schon erlebt, deshalb musste ich schmunzeln, als ich die Aussage in seinem Buch las.

 

Tom Wood Rose mit starkem Duft aus dem Rosengarten Loccum
Foto: "Unsere" Remontant Rose Tom Wood Sie duftet ganz herrlich und intensiv wie die süßlichen Centifolien und etwas Himbeere

Riechen mit System....

 

Ungleich schwieriger als den Duft wahrzunehmen wird es diesen zu beschreiben. Leider wird der Duft der Rosen viel zu selten in einzelnen Nuancen dargestellt.

Naturgemäß beschäftigt sich die Aromen-Industrie am meisten mit dem Thema Rosenduft. Bei Shiseido ( einem Hersteller von Kosmetik und Düften) werden z.B. die unterschiedlichen Rosendüfte in 6 Gruppen aufgeteilt.

„Damaskus, klassisch

Der typische Duft der Rose, der sich aus der stark und süß duftenden Rosa centifolia als Essenzbasis und dem überschwenglichen Duft der Rosa gallica bildet.

Damaskus, modern

Grundsätzlich gleich dem klassischen Damaskus-Duft, aber aufgrund der anderen Zusammensetzung leidenschaftlicher und raffinierter.

Tee-Duft

Der Duft der hybriden Teerosen öffnet das Tor zu den modernen Rosen. Der Duft ist elegant und anmutig, mit dem grünen Veilchen als Basis. Viele moderne Rosen haben diesen Dufttyp.

Fruchtiger Duft

Hat die Eigenschaften des klassischen Damaskus-Duftes und des Tee-Duftes und verströmt das Aroma von Pfirsich, Aprikose und Apfel.

Blauer Duft

Die Rosen mit dem einzigartigen blauen Duft weisen die Eigenschaften der modernen Damaskus-Varianten und des Tee-Duftes auf.

Würziger Duft

Der starke Duft von Gewürznelken ist in dem klassischen Damaskus-Duft enthalten.“

Quelle: shiseido

 


Fotos: Den Duft unserer Rosen: von links: William Shakespeare, Variegata di Bologna, Therese Bugnet rieche ich sehr gerne


Werner Ruf bewertet den Rosenduft nach Klassen:

 

er unterscheidet die Düfte folgendermaßen: 

  • Wildrosen-Duft sehr zarter, besonders leichter Rosenduft 
  • Rugosa-Duft - sehr intensiver süßer Duft mit etwas würziger Note. 
  • Alba-Rosen-Duft - sehr feiner, leicht wildrosenartiger, aber dennoch intensiver Duft 
  • Teerosen-Duft - wird oft verwechselt mit Edelrosenduft, echte Teerosen riechen tatsächlich wie Schwarztee 
  • Damascener-Rose - "der" klassische Rosenduft, schwer und süß 
  • Centifolien-Duft - etwas zarter, getragener, leicht süßer Rosenduft, immer noch sehr intensiv 
  • Edelrosen-Duft - zarter "Blütenblattgeruch", eher dem Teerosen-Duft zugehörig, nicht annähernd so stark wie die Düfte der Historischen Rosen

 

Alma de l’Aigle eine deutsche Pädagogin, Autorin und Rosenkennerin

die eine Meisterin in der Erforschung von Düften war

 

weist z. B. darauf hin, daß Rosen nicht immer gleich duften.

So legt sie für das Temperament z. B. folgende Begriffe fest: 

  • hauchend - strömend - ausbreitend raumfüllend - spurenhaft - - zurückhaltend. 

Für die Zuverlässigkeit u.a. 

  • Duft nur ganz kurze Zeit in einer bestimmten Phase des Aufblühens- - 
  • Duft erscheint nur bei Regenwetter – 
  • Duft am stärksten in der Mittagssonne – 
  • launisch- duftet nur in bestimmten Gegenden –
  • Duft verändert sich – 
  • ist treu, bleibt immer da und immer stark – 
  • immer da, aber wechselt stark sein Wesen 

Für das Wesen des Duftes: u. a. 

  • großes Bukett - warm -kühl- herb getrübt - vornehm - berauschend- krautig - 

 

Duftpyramide von  Delbard

Der französischer Rosenzüchter Georges Delbard  entwickelte in Anlehnung der Parfümerie eine Duftpyramide für Rosen:

Grundnoten (Holz, Wald, Moos u.a.), Herznoten (Blumen-, Frucht-, Gewürzdüfte und grüne Düfte, z.B. Veilchen, Apfel, Nelke, Gras) Kopfnoten (Zitrus-, Kräuterdüfte, z.B. Zitrone, Anis) – ähnlich wie bei Weinen auch. 

 

Duftskala von Professor Sieber

 

Diese Duftskala wird in den meisten Rosen -Katalogen verwendet um die Duftintensität der Rosen zu nennen

* leicht 

* * reichlich 

*** intensiv 

**** sehr intensiv 

***** überragend

 

Rosen besitzen die wenig verbreitete Eigenschaft, zahlreiche Düfte zu entwickeln: Sie können nach Veilchen, Apfel, Banane, Maiglöckchen, Myrrhe oder Pampelmusen duften

.... eine Duftwelt, die es zu erforschen und zu nutzen gilt.

 

Aber, was hilft eine volle Punktzahl der Intensität, wenn man den Duft nicht leiden mag? Dem einen ist der Duft viel zu süß, ein andere bemerkt zum selben Duft , frisch, angenehm fruchtig. Herbe Teerosen-Düfte müffeln dem einen, dem anderen ist der Tee-Duft der Rosenduft par excellence. Duft ist und bleibt in all seinen Formen und Farben ein Erlebnis stets subjektiver Art. Man sollte deswegen auch den zarten Düften Raum geben und sich selbst stets Zeit für das komplexe Erlebnis Rosen-Duft

 

 

(nachfolgender Text mit freundlicher Genehmigung von Horst Peters rosen-kultur.de/text-duft)

Keine Rose duftet 24 Stunden am Tag!

Geschweige denn in gleichbleibender Intensität. Es kann also sein, dass eine Rose durchaus stark duftet, nur just in dem Augenblick nicht, wenn wir unsere Nase an ihr halten.

 

Warum das so ist, erklärt sich gut, wenn man die Quellen des Duftes genauer lokalisiert.

Rosen mit Duft im Rosengarten Loccum
Foto: "Unsere" Freisinger Morgenröte besticht mit einem beständigen, starken, fruchtigen Duft

 

 Die Duftspeicher der Rosen 

 

Eine Quelle des Duftes können die Blütenblätter (die Petalen) der Rose sein. Die Petalen halten den Duft fest, ähnlich dem Wachs bei einer Duftkerze. Sind die Bedingungen günstig, öffnen sich die Petalen und setzen den Duft innerhalb eines Zeitfensters frei. Solche günstigen Bedingungen sind z.B. warme und feuchte Witterungs- verhältnisse.

 

Warme und feuchte Luft transportiert Düfte gut. Deswegen duften viele Rosen besonders gut an einem taugetränkten, warmen Sommermorgen oder an schwül-warmen Sommertagen, wohingegen an kühlen Herbsttagen oder gegen Abend der Duft häufig geringer ist oder ausbleibt. Rosen duften also besonders gut, wenn die Bedingungen günstig sind, es ist ähnlich mit einem gut temperierten Wein …

 

Die Blütenblätter mancher Rosensorten sind gute Duft-Speicher: Sie halten den Duft gut fest. Diese Sorten duften bevorzugt dann, wenn sich deren Blüten öffnen oder sich schon weit geöffnet haben.

 

Andere Rosen hingegen duften schon zart in ihrer Knospe; die Duftstoffe sind dann flüchtiger oder — so kann man es verdeutlichen — die Petalen sind schlechte Duft-Speicher!

Wenn z.B. die Duftintensität einer Rose abzunehmen scheint, mag es schlicht daran liegen, dass wir fortwährend die Nase an der Blüte halten: Unsere Geruchsrezeptoren ermüden zunehmend für diesen jeweiligen Duft (sog. phasische Rezeption), was wir gerne mit einer Abnahme der Duftintensität oder einem nicht Vorhandensein von Duft verwechseln. Dieses Phänomen tritt nämlich auch dann auf, wenn wir mehrere Rosensorten mit ähnlichem Duft (ähnlichen Duftstoffen) nacheinander an unseren Nasen halten und meinen, zum Ergebnis finden zu müssen, dass die zuletzt wahrgenommene Rose nicht so stark wie die erste Rose duftet. Dabei ist es ganz anders:

Gelegentlich braucht auch die Nase eine Pause!

 

Man nehme sich Zeit für den Rosenduft …

Rosen mit guten Speichereigenschaften duften besonders gut, wenn man die Petalen etwas zwischen den Fingern reibt oder – behutsamer – kräftig in die Blüte pustet. Dadurch öffnen sich die Duftspeicher explosiv und man darf genießen …

Rosen mit Duft aus dem Rosengarten Loccum
Foto: "Unsere" Moosrose Deuil de Paul Fontaine. Der gute Blütenduft vermischt sich mit den herb-balsamischen Düften der Stielbemoosung.

Neben Blütenblatt und Staubgefäß gibt es weitere Quellen des Rosenduftes: Das Moos der Moos-Rosen oder die Laubblätter einiger Rosensorten....

Um den Duft des Mooses auskosten zu können, reibt man es etwas zwischen den Fingern, die Duftöle werden freigesetzt – Moos und Finger duften. Und so mancher Kunde, der sich anfangs sträubte, auch nur das Moos zu berühren (es erinnert ja in der Tat mitunter an einem dichten Befall durch die Blattlaus, s. Bild rechts), mochte die Finger nicht mehr von Knospen und Nase lassen (…)

Die Duftnoten des Mooses liegen zwischen geschnittenem Gras, Wald, Harz, stets sehr aromatisch, ähnlich bekannter Fichtennadel-Badeessenz. Gelegentlich mischen sich Düfte von Gewürzen und Kräutern unter (Nelke, Thymian etwa). 

Die meisten Moosrosen stammen zwar von den Zentifolien ab, aber auch eine Damaszener zeigt diese drüsige Bemoosung und auch einige Moderne                                                                                    Züchtungen zeigen diesen duftenden Pelz.

 

Strauchrose Astrid Gräfin von Hardenberg, berauschender, intensiver Duft im Rosenparadies Loccum
Foto: "Unsere" Astrid Gräfin von Hardenberg, berauschender, intensiver Duft

 Weder die Intensität des Duftes und die Duftnoten sind konstante Größen. Auch die Duftdauer oder die Zeitspanne des Duftes ist sehr unterschiedlich. Noch ist unsere Nase stets verlässlich und bei uns allen nicht gleich strukturiert, sowenig wie die Rosen selbst.

 

Wenn einige Rosen auch nur zart duften, so setzen sie diesen zarten Duft oft beständig frei, während der gesamten Blühphase.

 

Andere Sorten setzen ihren Duft gleichsam explosiv frei; ihr Duft mag nicht beständig sein, wenn sie aber duften, dann berauschend, überreich, überragend.

 

Nur wenige Rosen duften beständig und zugleich gut und halten den Duft auch in der Vase für längere Zeit.

Dornröschenschloß Sababurg, Rosensorte mit beständigen süßlich, fruchtigen Duft im Rosengarten Loccum
Foto: "Unsere" Dornröschenschloß Sababurg zart aber beständig liegt ihr süßlicher Duft in der Luft, wenn man sich ihr nähert

 

Alle diese Variationen von Intensität, Duftnoten und Beständigkeit des Duftes sowie die subjektive Wahrnehmung von Duft macht es schwer, ein Maß für den Duft zu finden.

 

Die Vergabe diverser Duftsterne reduziert den Duft doch arg auf Intensität und vermittelt wohlmöglich, man könne Duftintensität oder gar den Duft selbst an einer Scala ablesen und Rosensorten diesbezüglich rasch miteinander vergleichen. Es fehlt aber eine allgemeine Messgrundlage, ähnlich vielleicht der Celsius-Angabe der Temperatur. Aber selbst ein solches objektives System würde wenig helfen, denn was nützt einem die objektive Angabe der Quecksilbersäule von 22 Grad, wenn es einem fröstelt?

Zwischen gemessener Temperatur und subjektiv gefühlter Temperatur liegen gelegentlich und bekanntlich Welten. Und man vergisst dabei rasch: Die Temperatur alleine macht ja nicht das Wetter!

 

Will sagen, die Intensität des Duftes ist nicht alleine entscheidend für das Dufterlebnis in allen seinen Komponenten und Facetten.

Rosen mit Duft aus dem Rosengarten Loccum
Foto: Bei "unserer" Strauchrose Jaqcueline du Pre duften die Staubfäden

Die Blütenblätter sind nicht die alleinige Quelle des Rosenduftes! Bei einigen Rosensorten duften die Blütenblätter sogar wenig, dafür verstärkt die Staubgefäße, deren Duft dann gleichfalls in einem bestimmten Zeitfenster des Aufblühens freigesetzt wird. Es ist häufig ein eher milder aber besonders angenehmer, warmer Duft.

 

Schließlich liegt die Quelle des Duftes bei einigen Sorten sowohl in den Petalen als auch in den Staubgefäßen.

 

Feine Nasen können diese zarten Duftdifferenzen von Blütenblatt und Staubgefäß wahrnehmen, so dass die Rose für die selbe Nase während des Auf- und bis zum Verblühen unterschiedliche Duftnoten freisetzt, wodurch die Bestimmung der Duftnote komplex und schwierig wird.

 

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Die Rosenölgewinnung bevorzugt solche Rosensorten, deren Petalen nicht nur einen hohen Anteil an Duftmolekülen haben, sondern auch gute Speichereigenschaften. Solche Rosen halten den Duft – bzw. die Duftöle oder Duftstoffe – länger und sicherer in ihren Blütenblättern. Früh morgens geerntet, wenn der Ölanteil noch am höchsten ist, gehen diese kleinen Duftspeicher gleich zur Destillation, bei der (umgerechnet) aus rund 3-5 kg Petalen (je nach Rosensorte) etwa 1 g Rosenöl und einiges mehr an Rosenwasser gewonnen wird.

Für 1kg Rosenöl werden abhängig von der Rosensorte etwa 3000–5000 kg (und mehr) Blütenblätter benötigt. D.h. ein Pflücker müsste für diesen Liter Rosenöl mindestens 200 Tage Blüten ernten! 

Der Preis für einen Liter Rosenöl liegt derzeit etwa bei 5000 Euro, abhängig u.a. von Rosensorte und Herkunft auch weit darüber hinaus (bis 10000 Euro) (Stand 2008). Die Jahresproduktion natürlichen Rosenöls liegt weltweit etwa bei 1,2 Tonnen. Diese Menge deckt die weltweite Nachfrage aber nicht annähernd....

Ende Zitat von Horst Peters: rosen-kultur.de

 

Möchten sie mehr lesen über den Duft der Rosen, oder anderen interessanten Rosenthemen, so empfehle ich ihnen die Seite https://rosen-kultur.de/text-duft.html. wirklich sehr interessant !! und lehrreich. Und wunderbare, teils auch sehr seltene Duftrosen zum Kaufen gibt es dort auch


Easy to Cut

Rosen mit Duft aus dem Rosengarten Loccum
"Unsere" Moschata-Hybride Easy to Cut

Bukavu

Rosen mit Duft aus dem Rosengarten Loccum
"Unsere" Moschata-Hybride Bukavu

Feeling

Rosen mit Duft aus dem Rosengarten Loccum
"Unsere" Moschata-Hybride Feeling

Die Moschata-Hybriden von Louis Lens aus Belgien: Eine einzelne Blüte duftet zart nach Wildrosen und Moschus. Ein ganzer Strauch aber von wohlriechenden Blüten

ist ein besonderes Dufterlebnis.

Guirlande de Amour

Rosen mit Duft aus dem Rosengarten Loccum
Foto: "Unsere" Moschata-Hybride Guirlande de Amour duftet stark süßlich wie ein aromatischer Honig

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leckere Rezepte aus duftenden Rosenblüten