Clematis pflanzen

Welche Bodenverhältnisse sind ideal für die Clematis

Wann ist die richtige Pflanzzeit

 

Clematis sind sehr anpassungsfähig an verschiedene Bodenverhältnisse, trotzdem lieben sie, wie auch die Rosen und eine Vielzahl anderer Gartenpflanzen einen humosen, nährstoffreichen und tiefgründigen Boden. Clematis mögen es weder zu sauer noch zu alkalisch, der Boden sollte einen PH Wert von 5,5 bis maximal 7 haben.( Aber jede Regel hat ihre Ausnahmen: Clematis alpina kommt auch mit saurem Boden zurecht) In einem solchen Boden fühlen sich Clematis sehr wohl. Ist der Boden deutlich saurer, kann mit etwas Gartenkalk aufgekalkt werden.

Clematis integrifolia Arabella im Rosenparadies Loccum
Staudenclematis Arabella

Wann ist die richtige Pflanzzeit ?

 

Herr Westphal empfiehlt die Clematis im September zu pflanzen, da die Bodentemperaturen in 20 cm Tiefe dann bei 18°-20° liegen. Warum? Die Clematis wächst sozusagen in Etappen. Erst die Wurzeln, dann die Triebe. Bei der hohen Bodentemperatur bildet die Clematis also erst einmal starke Wurzeln, was sich im Folgejahr positiv auf einen kräftigen Wuchs auswirken kann.

 

Grundsätzlich aber können Clematis auch ganzjährig gepflanzt werden

 

kräftig rot blühende Clematis viticella Vitiwester
Clematis viticella Vitiwester mit Gefülltem Bauernjasmin

 

Vor dem Pflanzen stellt man den Topf für ca. 10 Minuten in ein Wasserbad.

 

Das Pflanzloch sollte mindestens 40 cm tief und doppelt so breit wie der Topf ist, ausgehoben werden. Darauf achten, dass der Grund gut gelockert ist. Bei Bedarf mischen Sie die Gartenerde mit guter Pflanzerde oder Kompost

Schwere Lehmböden sollten mit Sand und/oder Kies durchlässiger gemacht werden.

 

Desweiteren ist Staunässe unbedingt zu vermeiden. Bei schweren Böden gibt man am Besten eine Drainageschicht unter den Wurzelballen, denn Clematis vertragen absolut keine Staunässe

 

Nun die Pflanze vorsichtig aus dem Topf nehmen und in das vorbereitete Pflanzloch geben. Die Clematis dafür nicht an den Trieben hochziehen, sondern den Topf auf den Kopf stellen und mit einer Hand den Wurzelballen stützen, dann den Topf sorgsam nach oben abnehmen.

 

Die Stäbe die sich unten an der Pflanze befinden lasse ich immer so sitzen, denn wenn man erst anfängt zu versuchen die Triebe auseinander zu nehmen ist ihre Verletzungsgefahr viel zu groß.

 

Ein Tipp von Clematis Fachmann Klaus Körber: Die Clematis etwa fünf bis sieben Zentimeter tiefer einpflanzen als sie vorher im Topf stand.(2-3 Augen . Dadurch liegen einige Blattknospen unter der Erde. Wird die Clematis oberirdisch beschädigt oder von den gefürchteten Welkepilzen befallen, kann sie aus den schlafenden, unter der Erde liegenden Knospen(Augen) neu austreiben und stirbt nicht vollständig ab. Steht die junge Clematis in Konkurrenz zu anderen Gewächsen, sollte man im Pflanzjahr während langer Trockenperioden alle 4-5 Tage ausreichend gießen, pro Pflanze 20 bis 30 Liter Wasser.

Wichtig!!!

Allerdings werden nicht alle Clematis - Arten tiefer eingepflanzt,

dieses gilt nicht für die Sorten der

C. alpina, C. montana, C. tangutica/orientalis.

Diese Sorten pflanzt man bündig mit dem Erdballen und der Bodenoberfläche.

Achten sie also auf die Pflanzanleitung an der Clematis

 

dunkel violett Farbene Clematis hybride Jackmanii Superba
Clematis hybride Jackmanii Superba zwischen weißem Jasmin

Das Tieferpflanzen bewirkt außerdem, dass die Clematis im Winter besser geschützt ist. Wenn die Clematis oberirdisch beschädigt wird, z.B. durch Frost oder Tierfraß, kann sie noch einmal aus den geschützten, in der Erde liegenden, ein bis zwei Augenpaaren austreiben. Das konnte ich vor 4 Jahren bei zwei Clematis Hybriden beobachten, bei denen die austreibenden Knospen durch die Kahlfröste vernichtet worden waren. Der Austrieb erfolgte hier über die unterirdischen Augen. Erst danach bildeten sich ganz neue Triebe

 

Bei starker Wurzelkonkurenz von anderen Gehölzen oder Stauden empfiehlt sich der Einbau einer Wurzelsperre.

 

Einfach die Hälfte vom Clematistopf und auch den Boden entfernen und die Clematis mit dem halben Topf in den Boden pflanzen.

 

So kann die Clematis ungestört einwachsen und muss sich nicht gleich am Anfang mit anderen Pflanzen Wasser und Nährstoffe teilen.

Nach dem Pflanzen den Boden gut andrücken und unbedingt großzügig wässern, aber nicht einschlemmen. Ein Gießwall sorgt für einfaches Gießen.

 

Gartenansichten Clematis und Kletterrosen viticella Etoile Violette und viticella Prince Charles mit Kletterrose Hella
viticella Etoile Violette und viticella Prince Charles mit Kletterrose Hella

 

Es wird immer darauf hingewiesen, das die Clematis einen schattigen Fuß haben möchte. Wir haben es bislang immer folgendermaßen gehandhabt:

Einen Teil meiner sonnig stehenden Clematis habe ich mit davor gestellten Dachpfannen geschützt. Ein Stückchen in die Erde und dann angeschrägt aufgestellt. Hält wunderbar und sie sind winterfest. Bei einigen Hybriden haben wir niedrige Campanula, Blaukissen oder Mutterkraut davor gepflanzt.( Allerdings achten wir darauf, dass die Blümchen nicht den ganzen Clematisfuß zu wuchern, das mögen Clematis nicht so gern)

 

 Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, es anders zu machen da ich bei Clematis Westphal folgendes gelesen habe: Zitat:"....Allgemeine Grundregeln wie sie früher einmal für Clematis empfohlen wurden, haben weitgehend ihre Bedeutung  verloren und stimmen nur noch bedingt! Leider werden heute noch allzu oft solche Empfehlungen gegeben.

    Z.B. Zitate wie: „Fuß im Schatten, Laub in die Sonne“ oder noch schlimmer „etwas an die Füße pflanzen“, „ganz  schrecklich“ oder „geht gar nicht“ sagt man wohl heute!

Das sind nur einige überholte Beispiele zur Pflanz-Empfehlung...." Zitat Ende

 

Laut Herrn Westphal ist es durchaus ausreichend den Boden um die frisch gepflanzte Clematis zu mulchen. Welches Material dazu verwendet wird ist egal, es können Pinienrinde, Kieselsteine, Stroh, Zierkies oder eine perforierte Folie zum Einsatz kommen. Hiermit wird eine übermäßige Erwärmung der oberen Bodenschicht erreicht und einer schnellen Austrocknung entgegengewirkt und darauf kommt es an.

 

Auf gar keinen Fall sollten größere Stauden oder gar Gehölze vor die Clematis gepflanzt werden, dadurch entsteht eine Wurzelkonkurenz, die Clematis überhaupt nicht mögen. Auch werden ihr dadurch Nährstoffe und Feuchtigkeit entzogen, die sie besonders nach der Pflanzung benötigen.

Also wieder etwas dazugelernt. Bin mal gespannt, wie es den neu gepflanzten Clematis zusagt.

 


 

 

weiter geht es mit:

Clematis düngen - pflegen - der richtige Standort