Wie winterhart ist meine Clematis ?

Insgesamt sind mehr als 300 verschiedene Arten der Gattung Clematis erhältlich .

In Japan sind sie schon seit ca. 300 Jahren als Kulturpflanzen bekannt.

In Europa hingegen erst 130 Jahre.

Viele Arten und Sorten der großen Clematis Familie  sind winterhart und bereiten keine Probleme. Welche das sind erfahren sie hier

Clematis und ihre Winterhärte
Clemaris viticella Vitiwester ist in unseren Breitengraden völlig winterhart (bis -25° )

 

Zitat: "Die Clematis sind weit verbreitet, beinahe über unseren ganzen Globus. Die Hauptverbreitungs-gebiete sind Asien, Eurasien und Mittel- bis Südeuropa. Aus Nordeuropa, Nordamerika und Neuseeland stammen Clematis die einen bedeutenden Zierwert für uns haben. China ist das Herkunftsland der meisten  Clematis. Am Fuße des Himalaja Gebirges sind zahlreiche botanische Arten beheimatet....."           Zitat Ende Quelle: Clematis Westphal

 

Clematis und ihre Winterhärte
Clematis viticellas Etoile Violette und Prince Charles

Die meisten Clematis Arten und Sorten sind vollkommen winterhart.  Selbst stark schwankende Temperaturen  von +40° im Sommer am Tage, oder -25° im Winter können ihnen nichts anhaben.

 

Allerdings gibt es innerhalb der Clematis Familien auch Sorten mit eingeschrenkter Winterhärte und solche die fast gar keine Minusgrade vertragen

 

Die Frage: 'Sind die Clematis winterhart?'  kann also nicht mit einem Ja oder Nein beantwortet werden. Die Winterhärte der Clematis hängt natürlich auch davon ab, in welcher Region sie wohnen

Clematis und ihre Winterhärte
Clematis viticella Romantica

Im Netz, vor allen in den Gartenforen, gibt es sehr unterschiedliche Anmerkungen über die Winterhärte der Clematis. Wenn man auf der Suche ist nach konkreten Angaben, findet sich dazu wenig. In einem Buch eines Clematisexperten, habe ich vor ein einiger Zeit die folgende Tabelle gefunden:

 

  • Alle Wildarten sowie Clematis alpina, mactropetala und atragene sind winterfest bis minus 25 Grad Celsius

  • Die Echte Waldrebe, Clematis vitalba, bietet frostigen Temperaturen bedingungslos die Stirn, sie sind  winterfest bis minus 37 Grad Celsius

  • Die sommerblühende Clematis viticella und alle daraus hervorgehende Sorten sind  winterfest bis minus 25 Grad Celsius

  • Gelb blühende Arten, wie Clematis orientalis und tangutica, ertragen tiefste Minus-Temperaturen bis minus 30 Grad Celsius

  • Clematis montana ist winterfest bis minus 20 Grad Celsius
  • Clematis integrifolia und Clematis recta sind jeweils winterhart bis minus 25 Grad Celsius
  • Clematis sommerblühende Hybriden sind winterhart bis minus 25 Grad Celsius
  • Vorsicht ist bei den frühblühenden Hybriden angeraten. Durch Züchtungskreuzungen kann eine Winterhärte nicht immer eindeutig bestimmt werden. Die meisten Sorten aber sind ebenfalls gut winterfest bis minus 25 Grad Celsiu. 
  • Clematis florida ist nur winterhart bis minus 12 Grad Celsius. Sie sind eher geeignet für warme, sonnige und vor dem Wind gut geschützte Standorte, z.B. an Südwänden. Ein Winterschutz ist ratsam. Empfohlen wird sie oft als Kübelpflanze, die im Winter in einer Raumtemperatur  0°C bis 5°C aufgehoben wird.
  • Immergrüne Sorten sind in der Regel nicht besonders winterfest. Sie entstammen  aus Australien, Neuseeland, China oder Südeuropa und sind dementsprechend in Deutschland nur im gemäßigten Weinbauklima ausreichend winterhart. Kurze Minustemperaturen von minus 8 Grad Celsius können schadlos überstanden werden. Zu den immergrünen Weinreben gehören zum Beispiel die folgenden Sorten.
  • Clematis Early Sensation

  • Clematis Armandii Snowdrift

  • Clematis Avalanche

  • wobei die beliebte und oft gepflanzte Clematis armandii „Apple Blossom“ noch eine Sorte ist die kurze Zeit auch mal minus 12 Grad vertragen kann.

Clematis und ihre Winterhärte
Clematis viticellas Jenny und das Glöckchen Betty Corning

Was sonst noch wissentswert ist:

  • Die nicht verholzende Stauden-Clematis frieren zwar in harten Wintern bis zum Boden zurück, treiben aber im nächsten Frühjahr emsig wieder aus, ohne dass explizierte Vorkehrungen zu treffen sind. Die Clematis integrifolia zählen zu dieser Gruppe ebenso, wie Clematis jouiniana
  • Auch die Clematis texensis frieren in aller Regel bis an den Erdboden zurück, was auf einen Staudencharakter hindeutet. Auch sie treiben im Frühjahr, allerdings oft erst Ende April/Anfang Mai wieder neu aus. Oft denkt man diese Clematis wäre erfroren, weil sie sich im Frühjahr immer besonders viel Zeit lässt, um neu auszutreiben.
  • Setzen Sie Clematis beim Pflanzen so tief in die Erde, dass die unteren beiden Knospenpaare mit in die Erde kommen. Dank dieser "Tieferpflanzung" verwurzelt die Waldrebe stabiler, was ihrer Winterhärte zu Gute kommt. Darüber hinaus treibt die Clematis aus den unterirdischen Augen wieder aus, sollte sie von der Clematiswelke befallen werden. 

Allerdings werden nicht alle Clematis - Arten tiefer eingepflanzt,

dieses gilt nicht für die Sorten der C. alpina, C. montana, C. tangutica/orientalis, sowie weiteren Wildarten. Diese Sorten pflanzt man bündig mit dem Erdballen und der Bodenoberfläche.

Achten sie also auf die Pflanzanleitung an der Clematis


Clematis und ihre Winterhärte
Staudenclematis integrifolia Aromatica

Bei jeder Clematis die sie kaufen sollte vermerkt sein, in welchen Winterhärte-Zonen nach der USDA-Klassifikation des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten sie kultiviert werden können (diese Klassifikation wird in den USA angewendet und setzt sich mittlerweilen auch in Europa durch). Die Gebiete sind anhand der durchschnittlichen kältesten Jahrestemperatur klassifiziert. Je geringer die Zone-Nummer, desto größer ist die Winterhärte der Pflanze.

 

Eine Klimazonenkarte für Gehölze Deutschland und Europa finden sie unter dem folgenden Link

Klimazonenkarte Deutschland für Gehölze

 


Clematis und ihre Winterhärte
Clematis zweimalblühende Hybride Arctic Queen

Die Winterhärte der Clematis ist natürlich auch noch von zahlreichen anderen Faktoren abhängig:

  • In jeder Winterhärtezone können Regionen mit milderen bzw. schärferen Mikroklimaverhältnissen vorkommen.
  • Im Garten können Clematis die an einem Windgeschützen Standort wachsen besser mit starken Minustemperaturen zurechtkommen, als Pflanzen die an einer kalten Ostwand stehen.
  • Die Frosthärte der Pflanzen ist außerdem in den ersten Wintermonaten (Dezember, Anfang Januar) am größten und gibt später schrittweise nach (die Pflanzen werden schwächer).
  • An sonnigen Standorten sind die frischen Triebe selbst sehr winterharter Clematis im Frühjahr frostgefährdet, da sie dann abwechselnd tiefen Nachttemperaturen und der Sonne am Tag ausgesetzt sind. Abhilfe kann hier eine Abdeckung mit Reisig bieten.
  • Die Wurzeln sind empfindlicher gegen Frost als verholzte Triebe. In Gebieten, in denen mit starkem Frost ohne schützende Schneedecke zu rechnen ist, empfiehlt sich die Abdeckung des Bodens am Wurzelansatz mit einer 10-15 cm dicken Mulchschicht. Dadurch werden Augen geschützt, die im Frühjahr austreiben.
  • Einen Frostschutz brauchen natürlich insbesondere Wurzeln der Kübelpflanzen auf Balkonen und Terrassen.

gelb blühende Clematis tangutica und ihre Winterhärte
Clematis tangutica Lambton Park übersteht tiefste Minustemperaturen

 

 Ist Winterschutz im Pflanzjahr für alle Clematis-Arten empfehlenswert ?

 

Ich bin der Meinung, ja, denn ungeachtet ihrer robusten Konstitution, verfügen winterharte Clematis im ersten Standjahr noch nicht über das volle Potenzial an Frosthärte, desshalb kann es nicht Schaden die neu gepflanzten Clematis im ersten Winter 15-20cm hoch mit Laub, Stroh oder Reisig anzuhäufeln.

 

Auch bei den Clematis texensis ist Winterschutz zu empfehlen. Winternässe ist hier ein größeres Problem, besonders bei den Atragenen (C. alpina und Verwandte).Oberstes Gebot ist ein durchlässiger, nahrhafter Boden mit gutem Wasserabzug. Lehmiger, verdichteter Boden oder gar Staunässe sind schlechte Bedingungen für Clematis, besonders der alpina Sorten

 


Clematis und ihre Winterhärte
Clematis texensis Princess of Wales oder Lady Diana

Clematis im Kübel drinnen überwintern

 

 

Haben sie frostempfindliche Clematis, die in einem Kübel wachsen, wie z.B. Clematis Florida oder eine immergrüne Sorte wie C. Cirrhosa, dann sollten sie diese frostfrei oder frostgemäßigt überwintern. Die Temperaturen sollten nicht unter -8° sinken. Etwas mehr Minustemperaturen vertragen die Clematis armandii wie z.B. Apple Blossom. Diese sind frostfest bis -15°.

 

Wenn die Nächte länger und kälter werden, ist es  Zeit für die nicht sehr winterharten Arten an frostgeschützte Standorte zu ziehen. Optimale Standorte sind: Wintergarten, heller Flur, Garage, Gartenhaus oder Keller

 

Bei einer frostfreien Überwinterung sollte die Umgebungstemperatur im Winterlager  zwischen 5° und 10° Celsius liegen. Lichtverhältnisse für immergrüne Clematis sollten hell sein, aber kein direktes Sonnenlicht.

Alternativ kann künstliches Pflanzenlicht verwendet werden

Die Lichtverhältnisse für nicht-immergrüne Clematis können hell bis dunkel sein, da die Clematis ihre Blätter im Winter verlieren.

 

Ein optimaler Standort ist: Garage, Gartenhaus oder Keller gegebenenfalls mit West- oder Ostfenstern

 


Clematis florida siboldii Foto: pflanzmich.de
Clematis florida siboldii Foto: pflanzmich.de
Clematis und ihre Winterhärte
Clematis florida Vienetta Foto: Clematis Westphal


Clematis im Kübel draußen überwintern

 

In einem Kübel sind die Pflanzen generell der Kälte mehr ausgesetzt, weshalb die Minustemperaturangaben sich immer nur auf im Beet eingepflanzte Exemplare beziehen. Das liegt daran, dass die Wurzeln in einem Beet weit von allen Seiten her, von Erde umgeben sind und durch die Erdmassen und deren Dichte, die Kälte nur bedingt in die Tiefe dringt.

 

Bei der Kübelhaltung ist das anders. Die Kälte hat das geringe Erdvolumen im Gefäß schnell durchwandert und ruckzuck sind die Wurzeln durchgefroren. Hält der Frost lange an vertrocknen sie, da die Pflanze keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann. Aus diesem Grund sind Maßnahmen zu ergreifen, damit auch die winterhärteste Clematis den Winter gut übersteht.

  • Der Kübel sollte im Winter nicht vollsonnig und windexponiert stehen
  • Kübel auf isolierendes Material stellen, wie Styropor, Holz oder Pappefür einen guten Wasserablauf sorgen, um eine Übernässung zu vermeiden
  • Kübel-Clematis immer nur leicht feucht halten, wenn möglich. Nicht den ganzen Winter im Regen stehen lassen, sondern einen Standort suchen der trocken bleibt.
  • obere Erdschicht mit Reisig, Tannenzweigen oder Laub bedecken niemals Rindenmulch während der Überwinterung verwenden – fördert Schimmelbildung
  • Die Rückschnittsempfehlung der jeweiligen Sorten sollten auch bei einer Kübelbepflanzung befolgt werden.

Clematis tangutica Anita/ Foto u. Bezugsquelle Westphal
Clematis tangutica Anita/ Foto u. Bezugsquelle Westphal
Clematis viticella Abudance Fpto u. Bezugsquelle Westphal
Clematis viticella Abudance Fpto u. Bezugsquelle Westphal


 Hintergrundfoto: Clematis Hybride Pink Fantasie

 

nächste Seite:

Clematis aus Stecklingen vermehren