Stärkungsmittel für Rosen selbst herstellen

Brennessel- und weitere Kräuterjauchen als natürliche Dünger und Schädlingsbekämpfer

Welche natürlichen Mittel helfen bei Pilzbefall der Rosen

Wie werde ich Schädlinge wieder los


Stärkungsmittel für Rosen Mit Kräuterbrühen die Rosen stärken
F.J. Grootendorst

Der echte Mehltau

Diese Pilzkrankheit erkennt man an weißem, mehligem Belag auf der Blattoberseite. Dieser Belag ist ein Pilzgeflecht und lässt sich abwischen (das Abwischen hilft aber nicht!). Die Pilzsporen befallen hauptsächlich die jungen Triebe, Blätter und auch Blüten. Ein starker Befall kann zum Vertrocknen der Blätter führen. Begünstigt wird er durch sehr milde Winter wie den letzten. Denn der Echte Mehltau fühlt sich bei höheren Temperaturen besonders wohl. Aus diesem Grund kennt man ihn auch als „Schönwetterpilz“. Gerade im Frühling 2017 waren die Rosen also sehr gefährdet, vom Mehltau infiziert zu werden.

 

 

Sobald die ersten Mehltau-Flecken auf den Blättern entdeckt werden, sollten diese abgeknipst und entsorgt werden.

Rezepte gegen echten Mehltau

Stärkungsmittel für Rosen Mit Kräuterbrühen die Rosen stärken
Mme Isaak Pereire ist etwas anfällig für den Mehltau

Bei den ersten Anzeichen mischen sie ein:

 

Wasser-Milch-Backpulver-Gemisch.

 

im Verhältniss 1:9

Das heißt:  

für  1 l Spritzbrühe nehmen sie 900 ml Wasser -100 ml Frischmilch - 1/2 Pck. Backpulver

( Vollmilch verwenden, keine H-Milch)


die Mischung gut durchrühren, bis es nicht mehr schäumt.

Damit alle Triebe gut einsprühen.

 

( Meist ist nur der Neuaustrieb betroffen.)

Das sollte bei akutem Befall alle 2-3 Tage gemacht werden, damit der Pilz wirklich nachhaltig bekämpft wird.

 

Hier werden die befallenen Blätter nicht mehr gesund, es stoppt aber sofort den weiteren Befall.  (Soll auch gegen die Kräuselkrankheit bei Pfirsichbäumen helfen.) Das haben Wissenschaftler entdeckt, die etwas gegen Pilzbefall bei Zucchini suchten.

 

Die Milchsäure in Verbindung mit dem im Backpulver enthaltenen Natriumhydrogencarbonat stoppt den Befall sofort

 

Wenden sie diese Mischung regelmäßig an, lässt sich der Befall gut in Grenzen halten, wenn sie sofort bei den ersten Symptomen damit  anfangen zu spritzen.

 

An Stelle von Backpulver kann man auch  NATRIUMHYDROGENCARBONAT in der Apotheke kaufen. (Da kosten 500 Gramm nur ein paar Euro.)  Es ist der Hauptbestandteil von Backpulver und lose viel billiger und effektiver, oder Speisenatron verwenden.

Eventuell werden bessere Ergebnisse mit Natron anstatt Backpulver erziehlt, da in Backpulver oft noch einige andere Stoffe enthalten sind. Natron ( Kaliumhydrogencarbonat ) ist übrigens ein völlig harmloser Stoff.

 

Man kann auch die Ackerschachtelhalmbrühe anstelle des Wassers zum Ansetzen nehmen und für je einen Liter Spritzbrühe ca einen halben Teelöffel NATRIUMHYDROGENCARBONAT dazu geben

 

Durch die Kieselsäure des Schachtelhalms wird die fungizide Wirkung leicht erhöht.

Australische Forscher haben herausgefunden, dass die Mikroorganismen, die in Milch enthalten sind, gegen den Pilz ankämpfen. Zudem wird die Pflanze nachhaltig gestärkt, da sich in Milch Natriumphosphat befindet, welches sich positiv auf die Abwehrkräfte auswirkt. Einfacher, effektiver und vor allem biologischer kann die Mehltau-Bekämpfung kaum sein!


Zur Information:

Natriumhydrogencarbonat (ehem. Steinhauers Mehltauschreck / Mehltausalz)

Wirkt speziell stärkend und vorbeugend vor Echten Mehltau.

Es wird auch eingesetzt zur Bekämpfung von Apfelschorf und zur Nachbehandlung von Obst und Gemüse gegen Lagerkrankheiten.

 

Wurde als Basissubstanz von der EU-Kommission zugelassen (EU Pflanzenschutzmittelverordnung 1107/2009)


Weitere Anti-Mehltau-Mischungen

Wenn sie den Mehltau erst viel zu spät gesehen haben und die Rosen schon sehr stark befallen sind, kann diese Mischung besser helfen

 

7 g Natron (im Handel teuer als „Steinhauers Mehltauschreck“ bekannt)

5 g Lebermoosextrakt

10 ml Niemöl (auch Neemöl genannt) Emulgator-Gemisch oder 9ml Niemöl + 1ml Rimulgan

1 l lauwarmes Wasser

 

Zubereitung/ Verwendung:

Geben sie "Steinhauer's Mehltauschreck" oder Natron in die entsprechende Menge Wasser (warm) und lösen es durch leichtes Umrühren auf. Als nächstes die entsprechende Menge an Lebermooserextrakt hinzufügen. Anschließend das Niemöl-Emulgatoren-Gemisch hinzufügen und erneut kurz umrühren. (Bei der Verwendung der einzeln Komponenten am besten zuerst das Öl mit dem Emulgator Rimulgan vermischen, falls das Öl zu kalt ist und sich nicht mit dem Rimulgan verbindet, erwärmt man es zunächst langsam in einem Wasserbad und mischt es anschließend mit Rimulgan.) Dann alles zusammenmischen und so lange rühren, bis sich eine milchige Mischung ergibt.

 

Mit einem Spritzgerät die Pflanzen gründlich einsprühen möglichst auch auf den Blattunterseiten. Die Anwendung sollte nach etwa 7-10 Tagen wiederholt werden, je nach Wetterlage und Ausbreitung des Pilzes.

Nicht bei Regen oder starker Sonneneinstrahlung spritzen, günstig ist es am Morgen oder Abend.
Die angesetzte Spritzbrühe kann für ca. 3 Tage kühl und verschlossen aufbewahrt werden.

Diese Mischung hat uns geholfen den starken Mehltaubefall 2017 erfolgreich einzudämmen

Wichtig:

 

Zur Herstellung von Spritzbrühen mit pflanzlichen Öl und Wasser benötigt man einen Emulgator  z.B. Rimulgan oder Lecithin usw., damit sich Öl und Wasser besser vermischt!

Sie können aber anstatt des teuren Niemöl-Emulgatorgemisch auch einfaches Niemöl und zusätzlich Rimulgan verwenden

 

Zum Spritzen für weichblättrige Pflanzen (Gurken und anderes Gemüse) können sie folgende Menge mischen

  • 5ml Niemöl-Emulgatoren-Gemisch
    5ml Lebermooserextrakt
    2,5g Steinhauer’s Mehltauschreck ( oder Natron) Menge für 1l Wasser

 

Hinweis:

Die Lebermoos-Extrakt-Menge kann bis auf das 4fache erhöht werden, also auf 20 g/ l Spritzwasser.

 

Übrigens: auch etwas, was ich im Zusammenhang mit Lebermoos-Extrakt und Natron oder Steinhauers Mehltauschreck sehr oft gelesen habe ist, dass sich die Wirksamkeit im Zusammenspiel mit Niemöl stark erhöhen soll. Diese erhöhte Wirksamkeit wird dadurch erklärt, dass das Extrakt mit dem Öl einfach besser auf den Pflanzen haftbar bleibt und so besser wirken kann.

 

Lebermoosextrakt ist ein Pflanzenstärkungsmittel, das aus einer bestimmten Moosart gewonnen wird. Es stärkt die Pflanzen gegen Bakteriosen und pilzliche Schaderreger.

 

nun noch ein Haushaltstipp: Lebermoos-Extrakt wirkt anscheinend so gut gegen Pilze, dass man es unverdünnt auch auf  Stellen auftragen kann, die im Haushalt von Schimmel geplagt sind. Diese Prozedur muss natürlich regelmäßig wiederholt werden.

 

Bezugsquellen:

Rimulgan(natürlicher Emulgator aus Teebaumöl): Entweder in der Apotheke bestellen oder u.a. bei Amazon

Niemöl: erhalten sie u.a. Amazon

Steinhauers Mehltauschreck oder Mehltau Kombipck: Schultheis

Lebermoos-Extrakt: Amazon


Niem ( Neemöl ) hilft auch gegen beißende Schädlinge

Auch gegen Blattläuse auf Rosen hat sich Neem sehr gut bewährt. Eine große Wirkung hat dabei der Pflanzenstoff Azadirachtin, welches für Säugetiere unbedenklich ist. Ein weiterer wichtiger Vorteil ist, das Neem, wenn es nicht überdosiert wird, nicht bienengefährlich ist und auch anderen Nützlingen wie dem Marienkäfer offensichtlich nicht schadet.

Die Reste von den kalt gepressten Neemsamen, die zur Gewinnung des Öles gebraucht werden, bekommen Sie im Handel als Presskuchen und können ihn sehr gut in einer Pflanzen-Erde untermischen. So nehmen die Pflanzen immer eine kleine Menge vom Neem-Wirkstoff über die Wurzeln auf.

 

Noch ein Tipp:

Bevor Sie im Herbst Ihre Pflanzen vom Balkon in die Wohnung holen, empfiehlt sich eine Niem-Öl Anwendung. Gerade Spinnenmilben breiten sich rasend schnell bei trockener Heizungsluft im Haus aus. Draußen wird die Schädlingspopulation durch das Klima und natürliche Fressfeinde wie dem Marienkäfer auf natürliche Art reguliert.

Kommen diese Pflanzen in die Wohnung, breiten sich dort Spinnmilben explosionsartig aus. Nach wenigen Tagen sind Ihre Pflanzen mit feinen Spinnweben überzogen und sterben ab. Behandeln Sie vorher Ihre Pflanzen mit Neem, so nehmen saugende Schädlinge die komplexen Wirkstoffe über den Pflanzensaft auf.


Wie umweltfreundlich sind Produkte, die Extrakte des Neembaums enthalten?

Der aus den Samen des Neembaums gewonnene Wirkstoff Azadirachtin ist vergleichsweise umweltschonend und wirkt gegen zahlreiche saugende, beißende und blattminierende (also im Blattinneren fressende) Insekten, zudem gegen Weiße Fliegen und Trauermücken. Niemöl ist unschädlich für die meisten Nützlinge - nur Tiere die an Blättern saugen / fressen nehmen das Niemöl auf und sterben daran - Nützlinge machen das nicht und sind normalerweise nicht gefährdet; lediglich für Populationen von Schwebfliegen wird das Mittel als schädigend eingestuft;  Bienen, Raubmilben, Marienkäfer etc. werden nicht gefährdet.

Grundsätzlich hängt die Umweltfreundlichkeit eines Produkts immer von allen beteiligten Wirkstoffen ab. Pflanzenschutzmittel, die mehrere Wirkstoffe enthalten, können dadurch wesentlich negativer in ihren Umweltauswirkungen sein. 

 

....Azadirachtin stört die Chitinsynthese und damit den Aufbau des Außenskeletts von Insekten. Dadurch wird verhindert, dass sich die Larven erfolgreich häuten und verpuppen können. Damit können die Insektenlarven nicht zum nächsten Schritt im Wachstumszyklus übergehen. Fraßschädlinge werden zum Teil abgeschreckt, die Giftwirkung gegen ausgewachsene Insekten ist allerdings gering...Quelle: Wikipedia


Gibt es Kräuter gegen Mehltau ?

Nein, durch Kräuterjauchen oder Brühen allein lässt sich der Mehltau leider nicht beseitigen. Durch gezielte Anpflanzung kann man allerdings dafür sorgen, dass er gar nicht erst entsteht. Haben Sie jedes Jahr anfällige Pflanzen zu beklagen, kann man z.B. Schnittlauch oder Knoblauch dazupflanzen. Außerdem sollte man bei einem Befall mit Mehltau unbedingt die Stickstoffdüngung unterlassen. Oft ist ein überdüngter Boden schuld daran, das Mehltau und Rosenrost sich verbreiten kann.


Ganz schön (und) umweltfreundlich: Tipps für gesunde Zierpflanzen


Kräuterbrühen & Jauchen

Stark duftende Rosa Rugosa Moye Hammarberg
Rosa Rugosa Moye Hammarberg kennt keine Krankheiten

 

 

Eine sehr gute Alternative zur konventionellen Schädlings und Pilzbekämpfung mittels Chemie bieten z.B. Kräuterbrühen und Kräuterjauchen.

 

Tinkturen verschiedener Wildpflanzen können überdies als Dünger verwendet werden.

 

Wie bei den meisten Hausmitteln gilt auch hier:

 

Nur regelmäßiger Einsatz zeigt Wirkung !

Was ist eine Kräuterbrühe, was ist eine Kräuterjauche ?

Wichtig ist zunächst die Begriffsbestimmung, denn Kräuterjauchen, -brühen, -tees und –auszüge unterscheiden sich nicht nur in der Herstellung, sondern haben zum Teil auch eine unterschiedliche Wirkung.

 

Kräuterbrühen:

Um eine Kräuterbrühe herzustellen, weichen Sie die zerkleinerten Pflanzen für etwa 24 Stunden in Regenwasser ein und lassen die Mischung anschließend für etwa eine halbe Stunde leicht kochen. Nach dem Abkühlen werden die Pflanzenreste ausgesiebt und die Brühe möglichst umgehend ausgebracht.

 

Kräuterauszüge:

Bei Kräuterauszügen handelt es sich um Kaltwasser-Auszüge. Man rührt die zerkleinerten Kräuter am besten abends in kaltes Regenwasser und lässt die Mischung über Nacht stehen. Am nächsten Morgen sollte der frische Auszug nach dem Aussieben der Kräuter direkt verwendet werden.

 

Kräuterbrühen und -jauchen wirken meistens indirekt als Pflanzenstärkungsmittel. Sie enthalten verschiedene Mineralien wie beispielsweise Kalium, Schwefel oder Kieselsäure und machen Ihre Pflanzen damit widerstandsfähiger gegen zahlreiche Blattkrankheiten. Einige Kräuter produzieren jedoch auch antibiotische Wirkstoffe, mit denen Sie direkt gegen einen Pilzbefall oder einen Schädling vorgehen können. Die Kräuterextrakte werden entweder auf die Blätter gesprüht oder durch Gießen über die Pflanzenwurzeln zuführt. Wichtig ist, dass Sie Kräuterpräparate frühzeitig und regelmäßig anwenden, wenn Sie Ihre Pflanzen vor Schädlingen und Krankheiten schützen wollen.

 

Das richtige Ansetzten einer Kräuterjauche: 

 

Diese Jauche kann zur Stärkung der Pflanzen mit allen möglichen Kräutern (auch gemischt) hergestellt werden: 

1. Das Pflanzenmaterial (frisch oder getrocknet) wird zerkleinert, in einem Eimer mit kaltem Wasser übergossen und in die Sonne gestellt. Der Ansatz sollte luftdurchlässig abgedeckt und täglich gerührt werden.

 

2. Nach ein paar Tagen setzt die Gärung ein

(zu erkennen an den aufsteigenden Luftbläschen). Diese frische Jauche kann nun zur Schädlingsbekämpfung im Verhältnis 1:50 mit Wasser verdünnt und gespritzt werden.

 

3. Lässt man das Ganze noch ein paar Tage stehen, erhält man vergorene Jauche, die im Verhältnis 1:20 verdünnt und gespritzt wird.

 

4. Die vergorene Jauche kann auch zum Düngen verwendet werden. Vergorene Jauche ist reif, wenn sie nicht mehr schäumt


Ackerschachtelhalmbrühe

Stärkungsmittel für Rosen Mit Kräuterbrühen die Rosen stärken
Ackerschachtelhalm Foto: zuhause.de

 

 

Aus Ackerschachtelhalm, das auch Zinnkraut genannt wird kann man ein wirksames Mittel zur Stärkung und Vorbeugung gegen verschiedene Pilzkrankheiten herstellen.

 

Der Ackerschachtelhalm enthält neben einigen Mineralstoffen, Spurenelementen und organischen Säuren vor allem viel Kieselsäure.

 

 

Bis August kann die Pflanze gesammelt werden. Oder in Drogerien und Apotheken gibt es für wenig Geld getrocknetes Kraut zu kaufen.

 

Rezept:

100 gr frisches, grob zerkleinertes Kraut (oder 15 gr getrocknetes Kraut)

etwa 24 Stunden lang in einem Liter Wasser einweichen.

Am nächsten Tag aufkochen und eine halbe Stunde lang sieden lassen.

Abkühlen lassen und durchsieben.

Anschließend im Verhältnis ca. 1:3 bis 1:5 mit Regenwasser verdünnen und in der Frühe die Rosen damit spritzen. In der Frühe deshalb, weil die Rosen die Säure besser über das Blatt aufnehmen können wenn sie assimilieren. Alle anderen Sprizungen sollten eher Abends erfolgen! 

 

Man kann diesen Tee als Grundlage für alle Spritzungen verwenden. Etwas Vitanal sauer/kombi oder einen Blattdünger dazugeben und die Spritzbrühe haftet besser am Blatt. 

 

     Es gibt auch fertigen Schachtelhalmextrakt von Neudorff. Ist zwar etwas teurer, aber an so einer Flasche        hat man Jahre lang genug, und die Dosierung ist auch simpel. Vor allem kann man auch kleine Mengen          herstellen. 

 

Warum wirkt der Sud von Ackerschachtelhalm bei Pilzerkrankungen?

 

Der Schachtelhalm enthält Kieselsäure, die über das Blatt aufgenommen, die Zellstruktur stärkt und dadurch die Pflanze widerstandsfähiger macht. Die Pilzsporen finden keine optimalen Bedingungen vor und können schlechter keimen. Gibt man noch etwas Natriumhydrogencarbonat (Backpulver) dazu, wirkt auch diese Mischung fungizid. 

Im Endeffekt wirken chemische Mittel nur wenig anders, sie enthalten zusätzlich jedoch stark fungizide Wirkstoffe die teilweise derartig ätzend sind , das sie für ca. 30% der Rosensorten stark schädigend wirken können.

 

Schachtelhalmjauche ist etwas unbekannter, wirkt sich aber ebenfalls positiv auf die Entwicklung der Pflanzen aus.

Für Schachtelhalm-Jauche lässt man den Ansatz mehrere Tage stehen, bis er nicht mehr schäumt. Jauche verdünnt man je nach Stärke 1:10 oder 1:20 mit Wasser.

Besonders anfällige Pflanzen können damit zusätzlich noch gegossen werden.


Rainfarnbrühe

Stärkungsmittel für Rosen Mit Kräuterbrühen die Rosen stärken
Rainfarn Foto: wikipedia

 

Wer einen biologischen Pflanzenschutz gegen beißende und saugende Insekten sucht, sollte die Wirkung von Rainfarn ausprobieren.

 

Die Pflanze blüht von Juni bis September und ist giftig. Als Sud eignet sie sich aber hervorragend, um beispielsweise die Weiße Fliege aus dem Gemüsebeet zu vertreiben.

Diese befällt unter anderem Kohlrabi, Paprika, Tomate und Gurke. Die Larven saugen und fressen an der Pflanze und schwächen sie, sodass die Früchte nicht richtig ausreifen.

 

 

Die Weiße Fliege sitzt unter den Blättern und an den Pflanzen. Die Insekten treten in großer Zahl auf und sind sehr widerstandsfähig. Wenn sie erst einmal eine Pflanze befallen haben, verteilen sie sich oft auch auf anderen. Soll auch gegen den echten Mehltau helfen, was ich aber auch nur gelesen habe und nicht bestätigen kann

 

 

Rezept:

100 Gramm getrockneten Rainfarn nehmen, die Blätter von den Stielen streifen und die Blüten abschneiden.

Das Ganze in einen Topf geben und mit 1 Liter Wasser aufgießen.

Die Mischung muss eine halbe Stunde kochen. Dabei lösen sich ätherische Öle und Bitterstoffe, die viele Schädlinge vertreiben.

 

Nach dem Abkühlen den Sud durch ein Sieb gießen. In einem Einweckglas hält sich der Sud mehrere Monate.

Für die Anwendung wird der hochkonzentrierte Sud mit Wasser gemischt. Das Verhältnis ist je nach Stärke des Befalls unterschiedlich. Bei geringerem Befall reicht ein Verhältnis von 1:10 (ein Teil Sud zu zehn Teilen Wasser) aus.

 

Bei einem größeren Befall ist ein Verhältnis von 1:6 empfehlenswert. Die Lösung in eine Sprühflasche füllen und die befallenen Pflanzen damit besprühen.

 

 

Die Häufigkeit der Anwendung richtet sich nach dem Erfolg: Sind einige Tage nach dem Sprühen noch immer Schädlinge zu sehen, die Mischung ein zweites Mal aufsprühen. Das ist aber nicht immer nötig. Wichtig: Gemüse nicht direkt nach dem Sprühen verzehren. Quelle: www.ndr.de/ratgeber/garten/schaedlinge

 

Vorsicht bei Kindern und im Gemüsegarten: Die Brühe ist giftig, nur spritzen wenn keine Kinder in der Nähe sind. Nicht zu oft anwenden

 


Adlerfarnjauche

Stärkungsmittel für Rosen Mit Kräuterbrühen die Rosen stärken
Foto Adlerfarn wikipedia.de

 

Adlerfarnjauche kann unverdünnt als Winterspritzung gegen Schild-, Schmier- und Blutläuse gespritzt werden.

 

Im Frühjahr 10fach verdünnt ausbringen gegen Blattläuse, im übrigen Jahr kann man sie unverdünnt auf Pflanzen und Boden verteilen. Dann soll sie auch gegen Schnecken helfen.

 

Adlerfarnjauche hat einen hohen Kali-Anteil und wird deshalb auch bei Kali-Mangelerscheinungen verwendet. Es ist auch gut, den Kompost damit zu begießen.

 

Rezept:

Auf 10 l Wasser kommen 1 kg frisches Kraut. 2 Wochen lang muss das Gemisch täglich umgerührt werden. Gegen den lästigen Geruch helfen zwei Handvoll Steinmehl auf 10 l Jauche.

 

 

Wenn die Gärung abgeschlossen ist und keine Bläschen mehr aufsteigen, den Behälter abdecken. Vor dem Ausbringen wird die Jauche im Verhältnis meist 1:10 verdünnt, sonst kann sie den Pflanzen schaden. Die Pflanzenreste aus dem Gefäß kommen auf den Kompost.

 


Brennnesseljauche

Stärkungsmittel für Rosen Mit Kräuterbrühen die Rosen stärken
Brennnessel Foto: wikipedia

Brennneseln sind reich an Eisen, Spurenelementen, Phosphor, Stickstoff, Vitaminen und Enzymen.

Sie werden zur Herstellung frischer und unvergorener Jauche verwendet und dienen als Spritzmittel zur Abwehr von Schädlingen, zur Düngung, Bodenverbesserung und als Kompostzusatz.

Rezept:

Gesammelt wird die ganze Pflanze ohne Wurzeln und zwar vor der Blüte. Ein kg frische Pflanzen mit 10 l Wasser aufgießen. Wirkt nach wenigen Tagen (bevor die Gärung einsetzt) gegen Blattläuse, sonst ein ausgezeichneter Stickstoffdünger.

 

Gegen den Geruch kann man etwas Steinmehl oder Kamillenblüten oder ein paar Tropfen Baldrianextrakt dazu geben. 

 

Brennnesseljauche fördert auch das Bodenleben: Regenwürmer lieben den Boden, der damit gegossen wird.

 

Es sollte darauf geachtet werden, dass sich keine Samen an der Pflanze befinden, ansonnsten können sich die Brennnesseln im Garten vermehren


Beinwelljauche

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Echter Beinwell - Foto Wikipedia

 

 

Beinwell ist sehr eiweißhaltig und enthält Stickstoff, Mineralstoffe und Spurenelemente und dient als Pflanzenstärkungs- und Düngemittel, Kompostzugabe, Bodenabdeckung

Förderung der Knollen- und Fruchtbildung. Gesammelt werden Blätter und Stiele von Frühjahr bis Herbst

 

Ein kg frische Blätter zerkleinern und mit 10 l kaltem Wasser aufgießen.

Einige Tage zugedeckt stehen lassen.

 

Das Gebräu öfter umrühren, bis die Gärung beendet ist. Die Jauche enthält viel Stickstoff, Kalium, Phosphor und Spurenelemente und wird verdünnt 1 : 10 um Rosen aber auch Gemüse gegossen.

 


Wermutjauche

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Wermut Foto: wikipedia

 

Wermutjauche ist ein biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel gegen Ameisenpopulationen im Garten.

 

Herstellung der Wermutjauche:

Hier nimmt man 300 bis 500 g frisches Kraut oder 30 g getrocknete Pflanze auf 10 l Wasser.

 

Die fertige Mischung kann unverdünnt über Pflanze und Boden gegossen werden.

Zur Ameisenbekämpfung:

Die fertige, ökologisch unbedenkliche und kostenfreie Flüssigkeit wird in die unerwünscht gelegenen Ameisenbehausungen z. B. auf Rasenflächen gegossen.

 

Auf diese Weise lassen sich gegebenenfalls Blattlausprobleme, für welche die Ameisen als "Melkkühe" haltende Insekten mitverantwortlich sind, klein halten.

Diese Jauche soll auch Raupen vertreiben und auch gegen Säulchenrost an Johannisbeeren, und Brombeermilben wirken

 

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Tipp:

Als Lektüre zu diesem Thema ist das Buch von  Marie Luise Kreuter  der Biogarten´ sehr zu empfehlen. Dort wird das Thema Biologischer Pflanzenschutz ausführlich behandelt. Und der fängt nicht mit Spritzen an sondern mit  Pflanzengerechten Kulturbedienungen und Abwehrkräfte stärken.  Überdüngte/geschwächte Rosen wird man auch mit 40 Chemiespritzungen  nicht gesund bekommen. 

 

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Weidenwasser

für die Anzucht von Stecklingen

Den Stecklingen kann man, bei der Wurzelbildung, helfen. Im Fachhandel gibt es dazu sogenannte “Bewurzlungspulver”. So eine Hilfe muss man sich aber nicht kaufen man kann diese auch leicht selbst herstellen. Man verwendet dazu ein Weidenwasser das man sich leicht selbst herstellen kann.

 

Weidenwasser für die Anzucht von Stecklingen
Weidenkätzchen Foto: Wikipedia

Weidenwasser hat eine ähnliche Wirkung auf Stecklinge wie z. B. Clonex (Bewurzelungspulver) .

 

Es verbessert also die Bewurzelungsrate von den Stecklingen.

 

Die Bewurzelungshormone sind bereits in den Weiden enthalten und müssen nur noch herausgelöst werden. Dadurch lassen sich Weiden so einfach vegetativ vermehren. Einfach einen Ast abschneiden und in die Erde stecken, fertig.

Daraus wird dann ein neuer Weidenbaum wachsen.

 

Wer möchte kann sich also im Garten oder Balkon einen Eigenen Weidenbaum wachsen lassen, um sich den Nachschub zu sichern. Der große Vorteil ist, das es Gratis ist und einfach herzustellen. Die Nachteile sind das es etwas unangenehm riecht, nicht lange haltbar ist und es etwas Arbeit bei der Herstellung gibt.

Die Herstellung von Weidenwasser:

Warum wirkt das Weidenwasser:

Das liegt daran, dass die Weide in ihren Ästen sehr viel Bewurzelungshormone aufweist. Und auf diese Hormone kommt es drauf an.

 

1. Um Weidenwasser herzustellen benötigen man einige Äste einer Weide. Idealerweise nimmt man die dünnen Äste, die von diesem Jahr stammen. Der Frühling ist die Beste Jahreszeit zum Ansetzten , denn da ist am Bewurzelungshormone in den Weidentrieben reichlich enthalten. Aber auch in den anderen Jahreszeiten ist es möglich, nur im Winter wird es wahrscheinlich nicht klappen

 

2. Anschließend werden alle Blätter von den Ästen entfernt 

 

4. Dann werden die Äste in 1-2 cm lange Stücke geschnitten. 

 

5. Diese Aststückchen werden dann in einen verschließbaren Becher gegeben, der schon etwa halb voll mit Wasser ist.  Der Becher wird dann verschlossen 24 bis 36 Stunden stehen gelassen.

 

6. Dann das Wasser durch ein Sieb gießen und die Weidenäste entfernen

 

7. Das fertige Weidenwasser ist eine etwas trübere Flüssigkeit geworden und richt etwas unangenehm

 

8. Dieses Weidenwasser kann so wie es ist mindestens 2 Wochen verwendet werden, länger sollte es nicht aufgehoben werden, weil es dann anfängt zu gammeln und die enthaltenen Hormone abgebaut werden.

 

Verwendung des Weidenwassers: 

 

1. Stecklinge  vor dem Pflanzen einige Stunden in Weidenwasser stellen oder/und gepflanzte Stecklinge mit Weidenwasser ein- oder mehrmals gießen !

 

2. Weidenwasser können wir bei allen pflanzen anwenden und damit das Anwachsen und Wachstum unterstützen ! (z.b. auch zur Wurzelbildung bei Rosenstecklingen

 

 

3. Das Weidenwasser kann bis zu 2 Wochen verwendet werden. Danach wird es schlecht und sollte nicht mehr verwendet werden und es beginnt noch stärker zu stinken. Evtl. kann die Gebrauchsfähigkeit verlängert werden, wenn die Brühe im Kühlschrank aufbewahrt wird, was ich allerdings aus hygenischen Gründen nicht befürworten würde 

 

 

Hier noch ein Link zu der Website von biozac.de

Dort finden sie:

Noch mehr Rezepte, sowie viele nützliche Infos mit Wirkungsspektrum der Pflanzen und Rezeptübersicht in Tabellenform. Allgemeines zur Herstellung von Kräuterbrühen, Jauchen und Spritzmitteln

Verwendbare Pflanzen von A-Z 

Nicht Pflanzliche Mittel 

Biologische Pflanzenschutzmittel 

Übersichtstabelle

Reinschauen lohnt sich !!

Wie eine gut sortierte Apotheke hält die Natur selbst in Kräutern, Gemüsepflanzen, Sträuchern und Bäumen probate Mittel für Pflanzenschutz und Düngung bereit. Allerdings müssen diese Mittel in Form von Jauchen, Brühen und Tees angesetzt und verfügbar gemacht werden. Hierzu sind einige Kenntnisse über die Pflanzen, ihre Inhaltsstoffe, deren Wirkungen und die Herstellung der Spritzmittel nötig.

 

Wem die Herstellung einer Pflanzenbrühe zu aufwändig ist, kann die u. a. im Gartenfachhandel erhältlichen pflanzlichen Produkte verwenden. Diese enthalten viele Spurenelemente, Vitamine, Hormone, Aminosäuren und Proteine. Sie werden vorwiegend vorbeugend eingesetzt und stimulieren die Keimung sowie die Bewurzelung und wirken abschreckend auf Schädlinge.

Produkte und Bezugsquellen finden sie auf unserer Seite: Rosen Stärkungsmittel Liste mit Bezugsquellen


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