Weitere Schadbilder an Rosen

Viren - Bakterien - Nachbaukrankheit

Physiologische Schäden

Schäden durch Dünger und Pflanzenschutzmittel


Viren - Rosenmosaikvirus

 Virenkrankheiten sind Infektionskrankheiten, die nicht durch Vorhandensein

von erkennbaren Organismen hervorgerufen werden

 

Viruserkrankungen können in den verschiedensten Formen auftreten.

Meist sind gelbe oder mosaikartige Flecken auf den Blättern zu sehen. Diese Viruserkrankungen werden oft von Läusen oder anderen saugenden Insekten übertragen.

Dieser Virus befällt oft nur einzelne Blätter, kann sich aber auch auf einmal explosionsartig vermehren. Oft treten auch abwechselnd gelbliche Flecken, Bänder oder Ringe auf.

Es kann zu einem reduzierten Wachstum der Rosen führen.

Wie bekämpfe ich den Rosenmosaikvirus

  • Eine direkte Bekämpfung des Virus ist nicht möglich. Befallene Pflanzenteile abschneiden und im Restmüll entsorgen, um eine weitere Verbreitung zu unterbinden.
  • Das Scheidewerkzeug unbedingt sterilisieren, um Übertragung auf andere Pflanzen vorzubeugen
  • Die Übertragung des Virus auf andere Pflanzen erfolgt ausschließlich durch Zikaden, Blattläusen oder anderen saugenden Insekten.
  • Diese Überträger muss man bekämpfen, damit der Virus sich nicht weiter verbreitet.
  • Aber auch hier gilt: Eine gut versorgte Pflanze kommt besser mit dem Virus zurecht.
  • Sortenempfindlichkeiten spielen auch eine Rolle

Panaschierte Rosenblätter

sind keine Krankheit !!

 Obwohl diese Erscheinung selten ist, erregt sie immer wieder Aufsehen.

Da Panaschierung nur ein anderer Begriff für Verfärbungen ist, gibt es auch hier verschiedene Ursachen.

Bei dieser so genannten Albinoerscheinung,

kann die Verfärbung sehr verschieden sein: gestreift, gefleckt, marmoriert,usw.

Es kann sich um genetisch bedingte Verfärbungen handeln, es gibt aber auch andere Ursachen.

 Es gilt erst einmal abzuklären, ob während der Zeit der Entwicklung der Blätter mit irgendwelchen Mitteln(Schädlingsbekämpfung,Unkrautbekämpfung, Reinigungsmittel, Farben oder Lösungsmittel) an der Pflanze oder der Umgebung hantiert wurde.

 

Denn manchmal sind die (vermutlich erst später entwickelten) Bodentriebe symptomfrei.

Ebenso könnte auch ein eigentlich harmloses Virus, welches in der Rosenzucht zur Bildung panaschierter und gestreifter Blüten verwendet wird, in Frage kommen. Panaschierungen oder Variegationen an Rosenlaub ist selten, aber dennoch kommt es gelegentlich vor. Auch muß es nicht immer die gesamte Pflanze betreffen.

 

".....Die Enstehung kann durch die ungenügende Ausbildung an Blattgrün an den betroffenen Pflanzenteilen liegen...

......Oft ist auch hier die Panaschierung infolge starken Blattlausbefalls eingetreten. Sie können durch ihre Saugtätigkeit die Zellen der befallenen Blätter in Mitleidenschaft ziehen, was zum Abbau des Chlorophylls und so zur Panaschierung führen kann...." sagt Dietrich Woesner in seinem Buch Rosenkrankheiten und Schädlinge


Veränderungen

durch äußere Einflüsse oder mechanische Verletzungen

Wenn sie Veränderungen beim Wachstum der Rosen beobachten

hat man es nicht immer mit einer Krankheit zu tun.

Häufig sind mechanische oder physiologische Verletzungen die Ursache.

 

Veränderungen durch äußere Einflüsse und mechanische Verletzungen

können auch die Ursachen für Wachstumshemmungen und Blattverfärbungen sein

 

  • Blattschäden können verursacht werden allein durch die Beregnung bei Sonnenschein
  • Blattschäden können aber auch durch Wurzelschädigungen verursacht werden
  • Blütenstaub von anderen Pflanzen wird oft  als »Krankheitssymptom« auf Rosenblättern angesehen
  • Triebe können durch Einschnürungen mit Draht, Bast und dergleichen absterben, wenn diese einwachsen und kein Durchfluss von Wasser und Nährstoffen mehr möglich ist.
  • Holzschäden die durch Knicken oder teilweisen Bruch entstanden sind, sollten sofort beseitigt werden.
  • Reibungsschäden an Rosentrieben entstehen oft durch falsches Festbinden, vor allem an

    Kletterrosen. Solche Schäden unbedingt durch einen Schnitt bis zum nächsten Auge entfernen,auch um Krankheiten vorzubeugen

  • Die Folgen von unrichtigem Entfernen abgeblühter Rosenblüten können Wachstumsstörungen hervorrufen. Außerdem wirken diese äußerst unschön, zudem erhält man in den oberen Regionen der Rosensträucher viele, aber nur schwache Austriebe, was zur Folge hat, das der Strauch eine unnatürliche Höhe erreicht und unten verkahlt.
  • Kranke, dürre oder vertrocknete Zapfen sind oftmals auf Schnittfehler zurückzuführen. Wurde beim Schneiden der Rose die Schere zu weit weg vom Auge angesetzt können unschöne Triebstummel enstehen, die meist absterben. Richtig ist: Etwa 5 mm über dem  Auge (Triebknospen) wird der Trieb leicht schräg nach hinten glatt abgeschnitten. Auch wenn der Schnitt zu tief in das austreibende Auge vorgenommen wird schädigt es die Rose
  • Risse in der Rinde bei Rosentrieben, können durch starke Spätfröste entstehen, diese sollten auch weggeschnitten werden.
  • Schäden durch mechanische Verletzungen enstehen leicht durch unvorsichtiges flüchtiges Arbeiten( z.B. mit scharfen Bodenbearbeitungsgeräten). Das Holz der Rose ist sehr empfindlich und leicht verletzbar. Jede Verletzung der Rinde, vor allem in der Nähe der Veredlungsstelle kann zum großen Schaden führen und der Rosenstock kann dadurch zu Kümmerwuchs neigen oder ganz eingehen.
  • Auch ein zu tiefes Pflanzen der Rosen, ( das heißt, die Veredlungstelle liegt mehr als 10cm unter der Erdoberfläche ) kann in schweren Böden zum Absterben der Pflanze führen. Die Rose bekommt keine Luft mehr und stirbt ab.

Absterben von Rosentrieben

 

Ähnliche Schadbilder, wie auf dem Bild links sind häufig im Frühjahr anzufinden. Grund für das Absterben der Triebspitzen dürften meist physiologische Störungen wie Frost oder Hitze sein, ausgelöst durch extreme Witterungsbedingungen.

 

Ein einfaches Abschneiden bis zum ersten Fünferblatt kann oft genügen.

 

Es kann aber auch vorkommen das Verfärbungen am zweijährigen Holz auftreten. Ursachen sind dann oft späte Fröste, die die Triebe nachträglich absterben lassen. Hier reicht es ebenfall aus, die genannten Triebe bis ins gesunde Holz zurück zu schneiden

 

auf dem Bild rechts ist ein sogenannter Frostriss an einem Rosentrieb zu sehen. Diese Triebe sollten ebenfalls bis ins gesunde Holz zurück geschnitten werden. Aber auch Hagel kann Risse in der Rinde verursachen.



 

Schäden durch chemische 

Unkrautbekämpfungsmittel

Foto Dietrich Woessner Rosenkrankheiten und Schädlinge
Foto Dietrich Woessner Rosenkrankheiten und Schädlinge

 

Bild links: typischer Schaden verursacht durch Unkrautvernichtungsmittel. Das Spritzgerät wurde eventuell nicht genügend gereinigt, nachdem mit ihm ein Mittel zur Unkrautbekämpfung gespritzt wurde.

Aber auch Rasendünger mit unkrautbekämpfender Wirkung, der zu dicht an den Rosen ausgebracht wurde kann diese Schäden verursachen.

 

Diese Mittel greifen außerdem massiv in die microbiologischen Vorgänge im Boden ein und schädigen dort die Bodenlebewesen.

 

....Da gibt man sich zum einen Mühe einen humusreichen Boden zu schaffen und das Bodenleben zu ernähren und zu fördern und macht es zum Anderen mit dem Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln wieder kaputt...??!!


Schäden durch chemische Substanzen

 z.B. synthetische Dünger

Foto Dietrich Woessner Rosenkrankheiten und Schädlinge
Foto Dietrich Woessner Rosenkrankheiten und Schädlinge

Werner Ruf von der gleichnahmigen Rosenschule erklärt:

 

"...Schäden durch synthetische Düngemittel äußern sich meist durch Verbrennungen.

 

Fast alle Bestandteile eines synthetischen Düngers sind Salze. Neben den Nährsalzen, die oft nur einen geringen Anteil, im Höchstfall 30-40%, eines Düngers ausmachen, sind dies viele schädliche Chlorsalze und andere Abfallstoffe, die die Böden extrem belasten. Diese belasten nicht nur das Grundwasser, sondern schädigen ebenfalls die Bodenorganismen in hohem Maße.

 

Die Pflanzen selbst tragen erst Schäden davon, wenn die Salzkonzentration im Boden extrem hoch ist..."


Rosen-Wurzelkropf oder Rosenkrebs

 

Bei dem Rosenkrebs handelt es sich um eine bakterielle Infektion der Rose.

Ein Bakterium , das in kleiner Population in fast jedem Boden vorkommt, dringt über Verletzungen oder mit Hilfe von Nematoden in die Pflanze ein. Dies geschieht meist über die Wurzel. In der Pflanze angekommen manipuliert das Bakterium die Zellen zu wucherndem Wachstum. Dabei können wichtige Leitungsbahnen zerstört werden und Pflanzenteile zum Absterben gebracht werden.

 

Den Befall der Pflanze durch den Rosenkrebs erkennt man an krebsartigen Wucherungen an Rosenwurzeln, am Wurzelhals und an Rosentrieben. Anfangs sind die Wucherungen nur erbsengroß, können jedoch bis zu einer Größe von 10 cm anwachsen. Oft sterben die hinter der Krebswucherung befindlichen Pflanzenteile ab. Die Rose kann jedoch mit der Krebswucherung leben, ohne ernsten Schaden zu erleiden.

Wie bekämpfe ich Rosenkrebs?

 

Eine befallene Pflanze birgt natürlich die Gefahr, ein Ansteckungsherd für andere Pflanzen zu sein. Daher ist es zu überlegen, die vom Rosenkrebs befallene Rosenpflanze zu entfernen und den Boden auszutauschen.

Auf jeden Fall sollten die befallenen Triebe so gut wie möglich entfernt werden, um die Ausbreitung des Bakteriums in der Pflanze zu verhindern.

Desinfizieren Sie bitte auch das Gerät (Schere, Säge), mit dem Sie die befallenen Pflanzenteile entfernen, damit eine weitere Ansteckung verhindert wird.

Eine direkte Bekämpfung des Bakteriums ist leider nicht möglich.     Quelle: Agel Rosen


 

Vermeintliche Krankheiten sind oft auch

Mangelerscheinungen

typisches blassgrünes Rosenblatt infolge von Stickstoffmangel
typisches blassgrünes Rosenblatt infolge von Stickstoffmangel

 

Verstärkt trafen während des letzten Sommers Fragen mit Bildern bei uns ein, die Blattverfärbungen oder Flecken an den Rosenblättern hatten. Dabei können die unterschiedlichsten Pflanzen in einem Garten betroffen sein. Die Ursache ist in allen Fällen die gleiche: unausgeglichene Nährstoffversorgung. Dabei kann es sich sowohl um das Fehlen einzelner Nährstoffe handeln als auch um eine Aufnahmeblockade aufgrund ungünstiger pH-Werte. Auf den folgenden Bildern zeigen wir, wie Mangelerscheinungen aussehen können

 


Eisenmangel oder Eisenchlorose

Bild links: Eisenchlorose an Rugosa-Rose      Bild Mitte: ebenfalls Eisenmangel                    Bild rechts: ebenfalls fortgeschrittener                                                                                                                               Eisenmangel evtl. noch zusätzlicher                                                                                                                                   Stickstoffmangel

                                                                                                                         

Eisenmangel tritt zuerst bei jungen Blättern auf, die grünen Adern werden später auch gelb.

Eisen (Fe): Bei einem Eisenmangel verfärben sich zunächst die jüngeren Blätter hellgrün bis gelb, die Blattadern bleiben zunächst noch dunkelgrün, nach kurzer Zeit verfärbt sich aber dann das ganze Blatt gelb. Ein Mangel tritt häufig bei hohen pH-Werten und bei Verwendung von kalkhaltigem Gießwasser auf. Denn dann ist das Eisen im Boden für die Pflanze nicht mehr verfügbar. Alle immergrünen Pflanzen, wie z. B. der Buchsbaum, die Kamelie oder der Rho­do­den­dron sind davon betroffen. Schnelle Erfolge erzielen Sie mit speziellen Eisen­düngern.

Eisenmangel ist leicht mit einem Magnesiummangel zu verwechseln, der allerdings zuerst an den älteren Blättern auf­tritt. Beim Eisenmangel sind die anfangs noch grünen Blattadern zudem scharf abgegrenzt.

Quelle: Gartenfreunde.de


Stickstoffmangel

Alle 3 Bilder zeigen deutlichen Stickstoffmangel.

 

Bei einem Stickstoffmangel verfärben sich als erstes die älteren Blätter gelb,

während die jüngeren zunächst grün bleiben.

Stickstoff (N): Die Pflanze benötigt Stickstoff vor allem für das Wachstum. Fehlt dieser, zeigt sich das schnell durch Vergilbungen an den älteren Blättern. Durch diesen Chlorophyllabbau kommt es zudem zur Einschränkung der Photosynthese, und die ganze Pflanze steht am Ende schwach und „lustlos“ da. Ein Mangel lässt sich schnell und einfach mit einer Blattdüngung beheben – wird über die Wurzel gedüngt, kann es mehrere Wochen dauern, bis der Mangel ausgeglichen ist. Quelle: Gartenfreunde.de


Magnesiummangel

Links: Magnesiummangel an Himbeere    Mitte: Magnesiummangel Rose                Rechts: Magnesiummangel an Obstbaum                                                                                                                                                   

Die Symptome des Magnesiummangels ähneln denen von Eisenmangel,

allerdings bleiben die Blattadern dauerhaft grün.

 

Magnesium (Mg): Bei einem Magnesiummangel ist u.a. das Wurzelwachstum eingeschränkt, so werden die Wasser- und Nährstoffaufnahme vermindert. Weitere Merkmale sind ein gehemmter Wuchs und Blattaufhellungen, zuerst an den äl­teren Blättern. Auffällig sind dabei die weiterhin dunkelgrünen Blattadern.

 

Mit einer Blattdüngung in flüssiger Form lässt sich der Mangel schnell beseitigen, eine Düngung über den Boden mit festen Düngemitteln wirkt langsam, aber nachhaltig.Quelle: Gartenfreunde.de

 

Auf unserer Website Rosen/Pflege/Dünger-Mangelerscheinungen lesen sie ausführlich

wie sie Nährstoffmängel erkennen und behandeln:


Weitergewachsene Rose ( Prolifikation )

 

Die hier dargestellte Erscheinung wird oft fälschlicherweise als durchgewachsenen Rose bezeichnet. Sie kommt bei Rosen oft vor, vorwiegend bei kleinblumigen Arten und Sorten. Sie wird gern als Wunder angesehen.

 

Ursache: Das Teilungsgewebe ( Vegetationskegel ) eines Blütenprozesses setzt seine Entwicklung auch dann noch fort, wenn der Fruchtknoten schon ausgebildet ist. Nachdem eine vollständig normal Blüte, mit allen ihren Details angelegt ist, bildet sich eine Neue Blüte, welche aus der schon vorhandenen herauswächst. Somit erscheinen zwei Rosen übereinander.

 

Es kann sich anstelle der zweiten oder dritten Blüte auch ein Laubtrieb bilden. Die zweite oder dritte Blüte ist aber meistens nicht mehr vollkommen entwickelt

 

Quelle: Text und Bild Dietrich Woessner Rosenkrankheiten und Schädlinge

Die weitergewachsene Rose wird auch als Rosenkönig bezeichnet

Zitat aus "Die Natur der Rose" von Werner Ruf:

....Eine Rosenblüte, die aus der Mitte heraus wiederum einen neuen Trieb hervorbringt, nennt man Rosenkönig. Begründet ist es wohl in der Tatsache, dass Zellen aus der Blüte sich ihrer "Erbmasse" erinnern und wieder einen kompletten Trieb bilden, ähnlich wie bei Zellkulturen im Reagenzglas. Warum dies auftritt und wodurch es gefördert wird, ist noch unklar. Einige Rosen neigen stärker dazu und wurden in früheren Zeiten als "prolifera" bezeichnet...


Wurzelnematoden (Wurzelälchen)

 

Nematoden sind Fadenwürmer. Sie leben überall im Boden, im Wasser, als Parasiten in Pflanzen und manche leben sogar in Menschen. Die meisten sind mikroskopisch klein, wenige werden mehr als ein oder zwei Zentimeter lang.

Die Nematoden bilden eine artenreiche Tiergruppe. Rund 20.000 Arten wurden bisher beschrieben. Sie leben überall auf der Welt im Süßwasser, im Salzwasser und im Boden. Es gibt Arten in heißen Quellen und solche, die Temperaturen von unter – 270 °C überleben können. Manche leben in saurem Milieu bei einem pH-Wert von 2,5 und andere vertragen starke Basen (pH-Wert 11,5).

Bild und Text Quelle:nebelung.de

 

 

Die im Gartenboden lebenden Arten fressen Bakterien, Pilze, Algen und abgestorbenes Material. Manche machen aktiv Jagt auf kleine Bodentiere oder befallen als Parasiten Insektenlarven oder Schnecken. Solche Arten aus den Gattungen Phasmarhabditis, Steinernema und Heterorhabditis werden als Nützlinge in der biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Nematoden sind Bestandteil des Bodenlebens Sie stehen in ständiger Konkurrenz zueinander und zu anderen Tieren. Ihre Vermehrungsrate ist abhängig vom Nahrungsangebot.

Quelle Bild und Text: nebelung.de

Pflanzenschädigende Nematoden

 

Es gibt verschiedene Gruppen von Nematoden, die Schäden an Pflanzen verursachen. Die wandernden Wurzelnematoden sind in der Lage infizierte Pflanzen wieder zu verlassen und sich neue Wirte zu suchen, wenn der Wirt abstirbt. Die Ektoparasiten (Paratylenchus, Trichodorus, Longidorus) unter ihnen stechen nur die Zellen der Wurzeln an und saugen an ihnen. Die Endoparasiten (Pratylenchus) bohren sich in die Wurzeln hinein und wandern durch das Pflanzengewebe. Stängelnematoden (Ditylenchus) leben in Pflanzenstängeln und zerstören dort die Wände der Zellen, was zu Verdrehungen der Stängel führt. Andere Arten siedeln sich in Blüten und Blättern (Aphelenchoides) an. Zystenbildende (Heterodera, Globodera) und gallenbildende Nematoden (Meloidogyne) veranlassen die Pflanze dazu spezielles Nährgewebe an den Wurzeln zu produzieren in dem sie dann leben.

 

Symptome beim Befall mit Wurzelnematoden

Je nachdem welche Nematoden die Pflanzen befallen haben treten unterschiedliche Symptome auf. Generell ist typisch, dass die Pflanzenbestände nesterweise betroffen sind und unregelmäßig wachsen. Es treten verschiedene Deformationen an Wurzeln und Blättern auf. Verfärbungen und Welken sind Folgeerscheinungen und werden durch mangelnde Versorgung mit Wasser und Nährstoffen hervorgerufen. Bei einer starken Bodenverseuchung können auch Sämlinge abgetötet werden.

 

Die Wurzelnematoden schädigen die Rosenpflanze durch ihre Saug- und Bohraktivitäten an den Wurzeln. Die Wurzeln der Rosen reagieren mit typischen, knotigen Wucherungen.

 

Bekämpfung der Wurzelnematoden

Die Bekämpfung der Wurzelnematoden ist sehr schwierig, eine Gründüngung mit Tagetes erecta oder Tagetes patula kann aber der weiteren Verbreitung dieser Schädlinge entgegenwirken.

Quelle: nebelung.de


Die Bodenmüdigkeit bei Rosen wird auch auf das Vorhandensein von Nematoden zurückgeführt. Zusätzlich entziehen Rosen über Jahre dem Boden einseitig Nährstoffe und Spurenelemente. Dies kann nicht allein durch Düngergaben ausgeglichen werden.


Wurzelausscheidungen und Wurzelreste der bereits gerodeten Pflanze enthalten Wirkstoffe, die sich auf junge, nachfolgende Rosen wuchshemmend auswirken.


Wurzelsaugende Nematoden, auch genannt Älchen, die auf Rosengewächse spezialisiert sind, haben sich über die Jahre im Boden vermehrt und ausgebreitet. Sie schädigen vor allem die jungen Wurzeln der Neupflanzungen.


Problemfall Rosen -

Nachbaukrankheit oder Bodenmüdigkeit

 

 

Bodenmüdigkeit durch Rosen

Was bedeutet das ?
Werden Rosen an einen Standort gepflanzt, an dem schon vorher über mehrere Jahre Rosen gestanden haben, kommt es bei den Pflanzen zu Wuchsdepressionen. Die Rose entwickelt sich nur sehr langsam und ihr Wurzelsystem wächst nur schwach. Rosenmüdigkeit ist sehr spezifisch. Es betrifft nur Rosengewächse, die Rosaceae, besonders die Arten Rosa (Rose), Malus (Apfel), Pyrus (Birne), Prunus (Kirsche) und Spiraea (Spieren). Das Phänomen ist sehr lokal begrenzt und tritt nur am Platz der alten Pflanzen auf. Die betroffenen Pflanzen können sich nach einem Verpflanzen an einen neuen Standort wieder erholen. Der Boden ist jedoch über einige Jahre für das Wiederanpflanzen von Rosen nicht geeignet.

 

Was ist die Ursache der Rosenmüdigkeit?
Die Ursache der Rosenmüdigkeit ist bis heute unbekannt. Es gelten jedoch zwei Theorien, die Mikroorganismentheorie und die Toxintheorie als mögliche Ursachen:

 

Toxintheorie:
Vereinfacht kann man sagen, dass Rosen nicht nur dem Boden Wasser und Nährstoffe entnehmen sondern an ihren Wurzelspitzen auch Stoffe in den Boden absondern. Hierdurch können sie im Boden fest gebundene Nährstoffe als Nährstoffquelle verfügbar machen (Dies gelingt zum Beispiel durch die Absenkung des pH-Werts). Die Toxintheorie besagt, dass junge Wurzeln durch Toxinausscheidungen älterer Rosenwurzeln direkt geschädigt werden können.

 

Mikroorganismentheorie:
Beim Wurzelwachstum werden kleine Teile der Wurzel vom Boden abgeschürft. An den Wurzelspitzen bilden sich aus diesem Grund mehr Bodenorganismen und Bakterien als im übrigen Boden. Nach der Mikroorganismentheorie können diese Organismen die Rose schädigen.

(Quelle: SIRRENBERG An.,NUTZ Sa., RATZINGER As., KARLOVSKY P., 2009: Bodenmüdigkeit bei Rosen neue Forschungsansätze, Gartenpraxis 09-2009, S.16 – 20)

 

Maßnahmen gegen Rosenmüdigkeit

 

Boden austauschen:

Dazu muss eine Pflanzgrube – Mindestmaße: 50 cm x 50 cm x 50 cm ausgehoben und mit hochwertigem Pflanzsubstrat gefüllt werden. Dann ist eine Neupflanzung möglich. Alternativ kann das betroffene Beet etwa 5-7 Jahre mit anderen Pflanzen angepflanzt oder Rasen eingesät werden, danach hat sich die Bodenmüdigkeit abgebaut und Sie können neue Rosen pflanzen.

 

Bodenverbesserer:

Ringelblumen und Tagetes sind sehr gute Bodenverbesserer und reduzieren schädigende Wurzelälchen. Säen Sie auf die gerodete Fläche im Frühjahr bis Frühsommer diese Sommerblumen und lassen Sie die Pflanzen für mindestens einen Sommer darauf stehen.

 

Bodenbelebungsmittel:

Im Handel werden neuerdings bodenverbessernde Substrate beziehungsweise Bodenbelebungsmittel angeboten: Sie enthalten spezifische Bakterien, aber auch Pilze, die die Nährstoff- und Wasseraufnahme der Wurzeln verbessern sollen, z.B. Mikrobenpräparat EM (Effektive Mikroorganismen)

Gesicherte Erkenntnisse liegen noch nicht vor. Allerdings berichten Rosenliebhaber von guten Anwachsergebnissen unter ungünstigen Bedingungen.


Nachfolgend können sie sich bei Interesse den gesammten Artikel Bodenmüdigkeit bei Rosen -

Neue Forschungsansätze als PDF Datei herunterladen und lesen

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Rosen - Nachbaukrankheit oder Bodenmüdigkeit
Neue Forschungsansätze
Bodenmüdigkeit bei Rosen (Rosenmüdigkeit) ist ein schwerwiegendes Problem sowohl in Privatgärten als auch öffentlichen
Parks sowie für den kommerziellen Rosenanbau. Im folgenden Artikel wird der Begriff Rosenmüdigkeit von allgemeinen
Nachbauproblemen abgegrenzt,verschiedene Ursachen zur Entstehung der Rosenmüdigkeit werden diskutiert und neue Forschungsansätze zur Aufklärung der Ursachen von Rosenmüdigkeit vorgestellt.
Text: Dr. Anke Sirrenberg, Sabine Nutz, Dr. Astrid Ratzinger, Prof. Dr. Petr
2009_Rosenmuedigkeit_Gartenbaupraxis.pdf
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Und hier noch zwei Berichte:

 

1. Gegenspieler auf der Spur - Ein Versuch die Bodenmüdigkeit zu überwinden

 

2. Mit Tagetespflanzung die Bodenmüdigkeit bekämpfen

 

1. Gegenspielern auf der Spur

Unter der Federführung des Europa-Rosariums Sangerhausen arbeitet eine Gruppe von sechs Deutschen Rosengärten daran, die biologischen Gegenspieler der Bodenmüdigkeit aufzuspüren.
Folgende Maßnahmen sind bei diesen Versuchen geplant:

  • Pflanzfläche tiefgründig von möglichst allen Wurzelresten befreien.

  • Die Pflanzfläche gründlich lockern und als Bodenstärkungsmittel "Bodenaktivator" von Oscorna (150 g/m²) einarbeiten, auch schon bei der Pflanzlochfüllung möglich. Frisches Erdsubstrat (20 Liter je Pflanze) als Pflanzlocheinfüllung verwenden. Kompost (5 Liter) als Winterabdeckung anhäufeln und im Frühjahr oberflächlich einarbeiten.

  • In den folgenden Jahren jeweils zwei Gießanwendungen (Mai und Juli) mit: Promot WP Trichoderma, 110g/100 Liter Wasser (2 Liter/Pflanze), Vertrieb von Myko Max, Wuppertal
    Rhizo Vital 42 fl (Bacillus amyloliquefaciens) 0,4 ml/Liter Wasser (2 Liter/Pflanze), Vertrieb von Biofarming Systems, Münsingen


Ziel dieser Maßnahmen ist, die bakteriellen und pilzlichen Gegenspieler der Bodenmüdigkeit auf der Wurzeloberfläche (Mykorrhizasphäre) zu aktivieren. Die ersten Tastversuche 2012 im Rosengarten Zweibrücken unter der Leitung von Heiko Hübscher zeigten erste Erfolge. Die Versuche werden gefördert von der VDR-Stiftung Europa-Rosarium Sangerhausen, der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde e.V., namhaften deutschen Rosenbaumschulen mit Pflanzenspenden und den Rosengärten in Baden-Baden, Dortmund, der Insel Mainau, dem Europa-Rosarium Sangerhausen, Uetersen und Zweibrücken. 

Klaus Jürgen Strobel, Februar 2013

 

 

2. Tagetespflanzungen gegen Nematoden

 

Mit Vehemenz gegen Nematoden
Im Nutz- und Ziergarten können die im Boden lebenden Nematoden erheblichen Schaden anrichten, weil sie sich in den Wurzeln einnisten und die Pflanzen absterben lassen. Dank der Tagetes ist gleichwohl ein Kraut gewachsen gegen das schändliche Treiben der Fadenwürmer. Verschiedene Studentenblumen werden von den Nematoden als Wirtspflanzen genutzt und töten diese durch giftige Substanzen in den Zellen der Außenhaut ab.

 

Da nicht alle Nematodenarten Tagetes als Wirtspflanzen nutzen, weil sie grundsätzlich nicht auf Kulturpflanzen als Wirt angewiesen sind, stellt sich in diesem Fall die Strategie etwas anders dar. Derartige Nematoden peilen Unkräuter und Beikräuter als Wirtspflanzen an, um von dort aus den Boden zu infizieren. Daher bringen kluge Gartenfreunde Tagetes zusätzlich als Gründüngung aus, wodurch die Unkräuter unterdrückt und der Befall durch Nematoden verhindert wird. Die folgenden Prämissen sind im Rahmen dieses Vorgehens zu beachten:

 

  • Die Tagetes müssen mindestens 3 Monate die Fläche bewachsen für eine effektive Wirkung.

  • Studentenblume ist Hauptkultur während der aktiven Phase der Nematoden

  • Der Bestand ist breitflächig angelegt - also nicht in Reihen.

  • Wildkräuter, die trotzdem erscheinen, werden entfernt, damit sie nicht als Wirtspflanzen dienen. 

 In verschiedenen Versuchen hat sich die Mischung aus Tagetes patula und

Tagetes erecta im Verhältnis 1 : 1 als besonders wirkungsvoll erwiesen.

 

Tagetes patula Sorten ´Janie Deep Orange' ´Single Gold' ´Janie Flame´´Texana Bee´´Solena Red´

                                       Boy Yellow´

 

Tagetes erecta Sorten   Antigua F1 Yellow´ ´Antigua F1 Orange´

 

  • Die effektive synergetische Wirkung beruht vor allem auf die Schnellwüchsigkeit der Tagetes erecta Sorten, die den Beikräutern keine Chance lässt, in Verbindung mit der verstärkten Schlagkraft der Tagetes patula gegen die Nematoden. Quelle: www.gartenlexikon.de/pflanzen/studentenblume.html
  • jetzt stellt sich uns die Frage: Behebt die Pflanzung von Tagetes auch die Bodenmüdigkeit, sodass man dort auch wieder Rosen pflanzen kann?

Erfahrene Rosenfreunde wissen, dass eine Neupflanzung nicht dort erfolgen sollte, wo sich vorher bereits Rosen im Boden befanden. Die Ursache für dieses Phänomen der Bodenmüdigkeit ist bisher nicht restlos geklärt. Es ist lediglich eine Vermutung, dass Nematoden das Wachstum der Rosen behindern. In diesem Fall würde die gleichzeitige Pflanzung von Tagetes das Problem beheben. Aktuell erfolgte diese Maßnahme auf eigenes Risiko.

  • Tagetes vernichten oder hemmen Nematoden (gegen Rosenmüdigkeit), halten Mäuse fern und Kohlschädlinge ab, wehren Viren und Weiße Fliegen ab. Dringen Nematoden in Tagetes ein, bilden diese über pflanzliche Enzyme und Hormone eine Sauerstofform, die tödlich ist. Auf ähnliche Weise werden Drahtwürmer getötet. Besonders geeignet zwischen Bohnen, Gurken, Kartoffeln, Kohl, Möhren, Narzissen, Petersilie, Phlox, Porree, Rosen (wachstumsfördernd) und Tomaten, außerdem passen sie in das Staudenbeet und lassen Apfelbäume gesunden.
  • Wirksam auch bei Spätaussaat, wenn sie nicht mehr zur Blüte kommt.
  • Aussaat ab M 5 - E 6 auf freiwerdende Beete, zwischen Gemüsekulturen.

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