Wurzelechte oder veredelte Rosen

Unterschiede zwischen wurzelecht gezogenen Rosen

    und okulierten ( veredelten) Rosen

wurzelechte Rosen

  • Werden aus Stecklingen von ausgewählten Mutterpflanzen geschnitten, in einen Container mit Substrat gesteckt um dann neue Wurzeln, mit reichlich wertvollen Faserwurzeln zu bilden.
    Rosen die über Stecklinge vermehrt werden wachsen auf sogenannten "eigenen Wurzeln". Das heißt, dass sie aus den Blattknospen, die unter der Erde liegen Wurzeln entwickeln und so anwachsen.
  • Wurzelechte Rosen sind vergleichsweise schwer zu produzieren und Container-Rosen sind vergleichsweise schwer zu kultivieren, sie müssen also mehr kosten als okulierte, wurzelnackte Tütenware.
  • Gibt es nur im Container zu kaufen, was den Vorteil hat, das die Rosen Ganzjährig gepflanzt werden können, solange der Boden nicht gefroren ist.
  • Die aus Stecklingen oder Steckhölzern vermehrten und im Freiland angezogenen Rosen müssen ein- oder zweijährig sein. Schwachwachsende Sorten müssen mindestens zwei Triebe , starkwachsende Sorten mindestens drei Triebe haben.
  • Wurzelechte Rosen können uralt werden, genau so wie Wildrosen. Das erklärt auch, das oft die Alten Fundrosen die in alten Gärten gefunden werden, sich über Jahre, ja sogar über jahrhunderte weitervermehrt haben, weil sie wurzelecht waren.
  • Wurzelechte Rosen haben den Vorteil, dass keine Veredelungsstelle erfrieren kann, das hat sich unter anderem im sehr kalten Winter 2012/13 bezahlt gemacht. Bei starken Winterschäden kann sich die Pflanze wieder aus den Wurzeln regenerieren. Somit erübrigt sich auch das Anhäufeln im Spätherbst.
  • Kein Einfluß der Unterlage auf Erscheinung und Blühverhalten der Rose. Das bedeutet, das jeder Trieb (auch Bodentrieb, die für die Sorte typischen Blüten hervorbringt.
  • Es gibt niemals Wildtriebe! Wurzelechte Rosen bilden eigenständig neue Wurzeln und somit auch Ausläufer,( sozusage eine neue Pflanze) die man abtrennen und woanders wieder einpflanzen kann und dann als eigenständige neue Rose weiterwächst.
  • Wurzelechte Pflanzen werden im Beet so gepflanzt, wie sie im Container gestanden haben, ggf. etwas tiefer, dann bilden sich im Boden mehr Feinwurzeln an den Trieben und die Pflanze wächst kräftig
  • wurzelechte Rosen sind besonders für Hänge und breite Hecken zu empfehlen. Durch die Bildung von Ausläufern sind die Flächen schnell zugewachsen.
  • Alle "alten" Rosen (Gallica, Bourbon,u.s.w.), alle modernen Strauchrosen, Kletterrosen wachsen wurzelecht sehr gut oder besser als ihre veredelten Schwestern. .
  • Leider gibt es nicht viele Rosenschulen oder Gärtnereien, die Rosen wurzelecht vermehren und verkaufen. Schade eigentlich !? Also ein Grund mehr, ihre erste wurzelecht vermehrte Rose bei o-planten zu bestellen um sich von den Vorzügen dieser Rosen zu überzeugen

 

 

 


American Pillar wurzelecht vermehrt 3 Jahre alt in unserem Rosengarten
American Pillar wurzelecht vermehrt 3 Jahre alt in unserem Rosengarten

veredelte Rosen 

Sommer - Veredlung - der Rosen (Okulation)

  • Okulation ist eine Art der Pflanzen-veredelung, bei der vom Edelreis nur eine ruhende Knospe („Edelauge“) verwendet wird. Dieses Auge der Edelsorte wird mit einem kleinen Stück der umgebenden Rinde in die Unterlage (oder Mutterpflanze) eingesetzt.
  • Veredelte Rosen sind schneller verkaufsfähig  Aus einer Mutterpflanze können viele neue Rosen produziert wefen. Ein Auge der Mutterpflanze ist ausreichend um eine neue veredelte Rose zu schaffen. Das heißt aus einer Pflanze kann man leicht einige Dutzend neue Rosen herstellen.
  • Die in den Handel gebrachten Veredlungen müssen einjährig sein. Das bedeutet, daß Rosen im Herbst des auf die Okulation folgenden Jahres gerodet werden müssen. Werden sie in ein Gefäß getopft, dürfen Sie noch ein weiteres Jahr verkauft werden.
  • Gibt es als wurzelnackte Rosen von ca. Oktober-März/April und als Containerware in der übrigen Zeit, teils auch ganzjährig bei einigen Züchtern erhältlich.
  • Okulierte wurzelnackte Rosen gibt es in zwei Qualitäten: Güteklasse A benötigen mindestens 3 normal entwickelte und gut ausgereifte Triebe, von denen mindestens zwei aus der Veredlungsstelle, einer bis zu 5 cm darüber entspringen darf. Für Güteklasse B werden nur zwei kräftige aus der Veredlungsstelle austreibende Triebe gefordert.
  • Okulierte Rosen leben nur so lange wie ihre Unterlage (stirbt diese ab, geht auch die Rose ein, da sie keine eigenen Wuzeln hat. Veredelte Rosen sind abhängig vom Gesundheitszustand ihrer Veredlungsstelle, die die einzige Verbindung zwischen der Wurzel und den oberirdischen Trieben ist.
  • Verdelte Rosen haben auch manchmal die Eigenheit über die Jahre die Rosen zu verkleinern und sich zur Wildform zurück zu entwickeln.
  • Okulierte Rosensorten sind frostempfindlich. Die Veredlungsstelle muss immer 5 cm unter die Erde gepflanzt werden. im Winter muss die Rose angehäufelt werden, dennoch erfrieren jedes Jahr in kalten Wintern unzählige Rosen und müssen dann erneuert werden, oder sie frieren oberirdisch bis zum Boden zurück.
  • Im ersten Standjahr beim Kunden wächst die okulierte Sorte etwas stärker, weil deren Wurzel dreijährig ist.
  • Veredelte Sorten bilden Wildtriebe, die entfernt werden müssen. Auf keinen Fall sollten Wildtriebe abgeschnitten werden, da dadurch nur ein vermehrter (Wild-)Austrieb gefördert wird. Grundsätzlich sind Wildtriebe abzureißen, wenn möglich sollte man die Erde bis unter die Veredelungsstelle freilegen, damit der Wildtrieb dort auch entfernt werden kann. Vielen Rosenbesitzern fällt es schwer die Wildtriebe von den "echten" Trieben zu unterscheiden.
  • Manche Rosensorten, wie z.B. Teehybriden bzw. Edelrosen gibt es bis auf wenige Ausnahmen nur veredelt zu kaufen, da sie nicht die Fähigkeit besitzten ausreichend eigenes Wurzelwerk zu bilden. Diese Eigenschaft ist durch züchterische Bearbeitung verloren gegangen.
  • Durch das Veredeln bekommen Rosen, die von der Anlage her eher zu schwächlichem Wurzelwuchs neigen, eine starke Unterlage.

 


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Veredeln ist eine Form der ungeschlechtlichen Vermehrung, die bei vielen Gartenpflanzen üblich ist. Ein Teil der edlen Sorte wird auf eine Veredlungsunterlage gesetzt. Bei Gartenrosen ist die Okulation üblich. Die Vorteile des Veredelns sind zum Einen eine schnelle Vermehrung mit gleichmäßiger Qualität, zum Anderen wird die Wüchsigkeit der Unterlage benutzt um robustere Pflanzen zu erzielen als dies auf eigener Wurzel möglich wäre.

Okulation ist die bei Rosen gebräuchlichste Art der Vermehrung. Bei dieser Art der Veredlung wird ein Auge auf die Veredlungsunterlage gesetzt. Nur die Triebe aus diesem Auge läßt man weiterwachsen, die Triebe der Unterlage (Wildtriebe) werden entfernt.

Quelle: Kordes Rosen

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Fazit:

 

"Die von Stecklingen gezogenen Rosen sind kaum von veredelten Rosen zu unterscheiden. Der
einzige Unterscheide ist, daß veredelte Rosen natürlich einen Altersvorsprung von ca. 3 Jahren haben, was das Wurzelwerk betrifft. Das holen die wurzelecht Vermehrten aber schnell auf.

 

Manche Rosensorten bilden aber auch schon nach 2 Jahren stattliche Sträucher, einige Kletterer od. Rambler haben bereits nach 3 Jahren ihren Rosenbogen für sich eingenommen.

Was wir auch schon beobachtet haben ist, das manch eine wurzelecht vermehrte Rose viel buschiger wächst als die selbe Sorte, die veredelt wurde.

 

Bedenken sie: Junge Stecklinge sind wirkliche Jungpflanzen, bei denen das Alter der oberirdischen Teile dem der Wurzeln entspricht und dementsprechend länger brauchen, bis sie ausgewachsen sind.

 

Veredelte Rosen werden meist nicht älter als 30-40 Jahre, einige sterben sogar noch früher ab, oder fangen mit den Jahren an zu schwächeln, was die Blühfreude oder Gesundheit anbetrifft.

 

Wurzelechte Rosen können dagegen einige Dutzend bis einige hundert Jahre alt werden. Sie wachsen wie Wildrosen auf eigener Wurzel und regenerieren sich immer wieder von neuem. Dagegen werden veredelte Rosen immer nur so alt wie ihre Unterlage alt wird. Stirbt diese ab, stirbt auch die darauf veredelte Rose mit.

 

Nachteile der okulierten Rosen: In strengen Wintern erfrieren empfindliche Sorten oft und sterben dann ganz ab. Anders als bei wurzelechten Rosen, wachsen veredelte Rosen auf einer Unterlage meist Rosa canina oder andere Sorten.

 

Wenn die Möglichkeit besteht die von ihnen gewünschte Sorte wurzelecht vermehrt zu bekommen, sollten die Rosen den veredelten Sorten vorgezogen werden, da nur diese sich in extrem kalten Wintern, aus der eigenen Wurzel wieder reproduzieren können. Ein Totalschaden ist damit ausgeschlossen.

 

Herr Bornemann von der Rosenschule o-planten sagt:

 

"Im ersten Standjahr beim Kunden wächst die okulierte Ware etwas stärker, weil deren Wurzel dreijährig ist, während die der wurzelechten Rose zumeist zweijährig ist. Das wird dann im Folgejahr ausgeglichen und in dem dann darauf folgendem Jahr, wenn bei der okulierten Ware sich das Edelreis gegen die Unterlage wehrt und sich auf eigene Füße stellen will, zieht die Wurzelechte Rose an der veredelten Pflanze vorbei.

 

Und dann gibt es natürlich auch Sorten, die so wuchs schwach sind, das sie eine fremde Wurzel brauchen, dazu gehören die meisten Tee-hybriden. Aber solche Rosen führe ich natürlich gar nicht."

 

 

ein wenig Rosengeschichte:

 

Übrigens bis zur Jahrhundertwende wurden alle Rosen nur durch Stecklinge vermehrt. Nach 1890 stieg der Bedarf an Rosen sprunghaft an, die Nachfrage konnte nun nicht mehr durch wurzelechte Rosen befriedigt werden. Die Rosenschulen begannen mit der Veredlung von Rosen um den Massenbedarf beliefern zu können.

 

Das ist auch noch erwähnenswert:

 

Vor allem Kletter-, hier besonders die Rambler, und die Bodendeckerrosen lassen sich gut aus
Stecklingen vermehren. Gerade bei den Bodendeckern wird inzwischen bei vielen Anzuchtbetrieben wie z.B. BKN Strobel die Stecklingsanzucht bevorzugt. Einmal wegen der Wildtriebe, zum anderen können auch ungelernteArbeitskräfte die Vermehrungsarbeit durchführen.

Die wurzelechten Rosen brauchen zwar etwas länger in der Anzucht, können aber trotzdem zu niedrigeren Kosten produziert werden. Am Endstandort ist dann der Pflegeaufwand niedriger, beim Rückschnitt sind außerdem keine besonderen Schnitthöhen zu beachten, da die Rosen willig aus der Wurzel wieder austreiben.

 

Wenn sie sich für die Kultur der Rosen interessieren, finden sie im grünen Lexikon Hortipendium reichlich Informationen

 

Auf der Internetseite Forst-Burgwedel Ein Garten in Norddeutschland wird ausführlich erklärt (mit Bildern) wie Rosen veredelt werden

 

Hier ein kleines Beispiel aus unserem Rosenparadies: Oben die Strauchrose Bukavu veredelte Rose im vierten Standjahr.


Links ein wurzelecht gezogener Steckling der Bukavu gerade mal 2 Jahre alt kurz vor der Blüte



 

 Beim Stöbern im WWW bin ich gestern auf ein Dokument gestoßen.

Garten Schlüter hat auf seiner Website die gängigsten Arten der Vermehrung von Rosen sehr übersichtlich und mit vielen Fotos und Pflanzanleitungen zusammengestellt.


Rosenvermehrung durch Steckhölzer

Rosenvermehrung durch Stecklinge

Rosenvermehrung durch Samen

Rosenvermehrung durch Absenken

 

 

 http://www.garten-schlueter.de/ratgeber/rosen/vermehren/

Reinschauen lohnt sich, falls sie auch einmal Lust haben sich als Hobby Rosenzüchter zu versuchen


Weiter geht es mit der Pflege von Clematis