Der richtige Rosenschnitt

Kurzanleitung zum Rosenschnitt

Rosen schneiden - leicht gemacht

Die verschiedenen Schnitttechniken für alle Rosenarten zusammengefaßt

 

Für diejenigen, die keine Lust haben viel zu lesen,

haben wir hier das Wann und Wie des Schneidens, der verschiedenen Rosenarten, kurz und bündig, leicht verständlich erklärt, zusammengefasst.

Am Ende der Seite können sie die Schnittregeln als PDF Datei downloaden

 


Grundschnittregel für alle Rosenarten:
 
1. Alle durch Krankheiten, Verletzungen oder Frost geschädigten, bräunlichen oder schwarzen Triebe werden bis in das gesunde, innen noch grünlich weiße Holz zurückgeschnitten.

 

2. Sehr dünne und schwache Triebe werden ebenfalls am Triebansatz entfernt

 

3.  Danach den Strauch auslichten. Dabei werden alle vergreisten Triebe entfernt.  Nur so kann Sonnenlicht auf die unteren Knospen fallen und diese anregen neue Triebe zu entwickeln.( Verjüngung ) Allerdings sollte darauf geachtet werden das nicht mehr als 40% der vorhandenen Triebe entfernt werden und so ein Gleichgewicht zwischen Älteren und Neutrieben zu gewährleisten

 

4. Beim Schnitt auf die Wuchsform achten. Die Triebe in der Mitte des Strauches etwas höher die äußeren etwas mehr kürzen. Bei Rosenbeeten oder Gruppen gilt dieser Formschnitt natürlich für die gesamte Rosengruppe.

 

5.  Wenn sich Triebe überkreuzen, wird der Schwächere zu Gunsten des Stärkeren herausgeschnitten. So können sie sich nicht gegenseitig verletzten, was das Eindringen von Krankheiten bedeuten kann. 

 

6. Die richtige Schnittführung:  Die Schere wird etwa 5mm oberhalb einer Knospe (Auge) schräg angesetzt, damit Regenwasser ablaufen kann. Idealerweise sollte das Auge vom Strauchinneren weg nach außen weisen.

 

7. Der größte Fehler den sie machen können ist gar nicht zu schneiden....

 

8. Es kommt gelegentlich vor, dass Wildtriebe aus der Veredelungsunterlage herauswachsen. Meist erkennt man diese an der blasseren, eventuell graugrünen Laubfarbe und winzigen Stacheln, die wie Haifischflossen aussehen. Diese Triebe sollten entfernt werden, da sie der Rose unnötig Kraft kosten. Dazu legt man möglichst vorsichtig den Wurzelhals der Rose frei und reißt den Wildtrieb direkt an der Wurzel ab. Ist der Trieb zu dick oder kommt man nicht an die Anwuchsstelle heran, schneidet man ihn in Bodennähe ab, mit der Zeit erlahmt dann die Kraft und der Trieb stirbt ab.


 

Einmalblühende Strauchrosen:

 

Junge, neu gepflanzte Rosen sollten in den ersten drei Jahren möglichst tief geschnitten werden. Dadurch erreicht man, dass sie von der Basis her starke Triebe entwickeln können, die sich dicht verzweigen. Ein beherzter Schnitt kräftigt die Rose und regt sie zu großem Blütenreichtum an.

 

Es empfiehlt sich, einmalblühenden Rosen dreimal im Jahr halbkugelförmig zu schneiden, um die Blühfreudigkeit zu verbessern. Diese Form sollte mehr einer Kuppel, als einem Kegel gleichen, damit die Pflanze auch direkt an der Basis Blüten hervorbringt.

 

Beim ersten Rückschnitt kurz vor der Blüte: werden die sogenannten vegetativen Triebe (lang aufgeschossene Triebe) auf Höhe der Blütentriebe eingekürzt. Vegetative Triebe tragen keine Knospen am Ende des Triebes und kosten der Pflanze sehr viel Energie. Zudem leidet der Gesamteindruck unter diesen langen „Peitschen“. Verblühtes sollte regelmäßig ausgeschnitten werden, um die Kraft in die noch zu entfaltenden Blüten zu leiten. Bei Sorten, die Hagebutten bilden, werden nur die Blütenblätter abgestreift und die Kelche belassen.

 

Das zweite Mal wird im sehr späten Sommer zurück geschnitten. Hierbei werden wieder die vegetativen Triebe in Höhe der Hagebutten abgeschnitten, die sich erneut in großer Anzahl gebildet haben. Dadurch wird nicht nur das Aussehen des Strauches verbessert, sondern auch die Schönheit der Hagebutten. Das Zurückschneiden der vegetativen Triebe im Sommer hat zur Folge, dass sich die Anzahl der Triebe von unten heraus vermehrt und somit die Standfestigkeit des Strauches erhöht wird, indem er sich selbst stützt.

 

Der dritte Rückschnitt erfolgt ohne feste Zeiten einfach zwischen Herbst und Frühjahr. Der Strauch wird auf die so genannte Rückschnitthöhe, etwa auf die Hälfte bis auf 1/3) zurückgeschnitten. Es sollte auf eine schöne Kuppelform geachtet werden, damit der Strauch von der Basis in Bodennähe bis über die gesamte Halbkugel eine Vielzahl an Blüten hervorbringt. Je dichter die Triebe sind, desto mehr stützen sie sich gegenseitig und es fallen deshalb auch schwere, durch Regen gefüllte Blütentriebe nicht so leicht auseinander.

Lichten Sie deshalb nur tote und kranke Triebe direkt an der Basis aus, alle anderen werden lediglich gekürzt.

 


Öfter blühende Strauchrosen

 

Auch bei diesen Rosen ist es wichtig, sie von Anfang an stark einzukürzen, um eine dichte Verzweigung zu erreichen. Es müssen bei öfter blühenden Rosen während der gesamten Blühperiode ständig die verwelkten Blüten mit 3-4 Blattpaaren heraus geschnitten werden. Diese Maßnahme regt die Pflanze zur Bildung neuer Triebe und somit auch neuer Blüten an. Bei Hagebutten-Rosen die (letzten) Blüten möglichst nur abstreifen, um die Bildung von Hagebutten zu ermöglichen. Falls dieses erwünscht ist.

 

Im Herbst bekommt die Pflanze, nur wenn es wirklich nötig ist, einen provisorischen Formschnitt, um Schäden durch Wind- oder Schneebruch vorzubeugen. Das heißt alle überlangen Triebe auf Strauchhöhe ein kürzen. Mehr nicht

 

Der Frühjahrsschnitt erfolgt dann um die Kirschblüte oder Forsythienblüte herum. Nach dem die Grundschnittregeln durchgeführt wurden sind möglicherweise  nur noch 3 bis 5 kräftige Triebe übrig. Diese werden jetzt mindestens um die Hälfte der Gesamthöhe eingekürzet. Besser noch 2/3. Achten sie darauf das der letzte Schnitt über einem nach außen zeigenden Auge gemacht wird.

 

Ein zu groß gewordener Strauch verträgt allerdings auch einen radikaleren Schnitt, bei dem nur noch 2-3 Triebe von ungefähr 30cm Länge stehen bleiben.

 

Möchten sie einen etwas größeren Strauch behalten schneiden sie folgendermaßen:Bei öfter blühenden Strauchrosen Triebe des Vorjahres um circa ein Drittel einkürzen. Ältere Triebe auf drei bis fünf Augen zurückschneiden. Schwache Triebe und solche, die älter als vier Jahre sind, komplett abschneiden. Dabei wird die Pflanze auf die so genannte Rückschnitthöhe (wie bei den Einmalblühenden ) zurück geschnitten.

 

Auf eine schöne kuppelartige Form achten. Stehen die Sträucher am Rand einer Gruppe, können sie auch von vorne nach hinten ansteigend geschnitten werden. Hierbei krankes und totes Holz an der Basis entfernen. Wir schneiden auch alle Triebe die älter als 3-4 Jahre sind bis zur Basis herunter, um neues Triebwachstum zu fördern.

 

Neue Jungpflanzen haben in der Regel im ersten Jahr mehrere neue Triebe gebildet, die bis auf 15 cm des Zuwachses gekürzt werden sollten, um eine dichte Verzweigung zu erzielen.


Englische Rosen

 

Werden genau wie öfterblühende Strauchrosen geschnitten.

Die meist stark gefüllten Blüten der Englischen Rosen sind häufig zu schwer für die relativ dünnen Triebe. Dies ist vor allen bei Regen der Fall, wenn die Blüten durch das aufgenommene Regenwasser noch schwerer geworden sind.

 

Diese Sträucher bilden oft sehr lange Triebe, die unter anderem das Gesamtbild der Pflanze beeinträchtigen. Wenn keine Kletterrose daraus gezogen werden soll, sollten Sie diese Triebe auf Höhe der anderen Triebe einkürzen (Rückschnitthöhe = Strauchhöhe). So wird eine schöne Wuchsform erzielt, die zudem laufend neue Blüten hervorbringt. Je regelmäßiger dieser Sommerrückschnitt erfolgt, umso mehr neue Blüten werden gebildet. Bei seltenem Rückschnitt erfolgt die Blüte dann nur in Intervallen und der Strauch bildet keine schöne Form.


Öfterblühende Kletter/Ramblerrosen 

 

Kletterrosen neigen leider dazu, im unteren Bereich zu verkahlen, dass entspricht ihrem natürlichen Wuchs. Durch Schnitt kann die Rose auch im unteren Bereich zum Austrieb und späteren Blühen veranlasst werden.

 

Alte Triebe: Bei allen älteren Triebe, die schon im Vorjahr angebunden wurden, können Sie alle Seitentriebe auf etwa 3 Augen einkürzen. Diese Triebe werden in diesem Jahr noch einmal überreich blühen.

 

Im Folgejahr müssen diese Triebe jedoch komplett abgeschnitten und durch einen neuen, jüngeren Trieb ersetzt werden. Öfterblühende Kletterrosen bilden die meisten blühenden Neutriebe an den waagerecht wachsenden Trieben. Deswegen muss man sich zu Beginn seine Rose in die richtige Form erziehen.

Dazu werden kräftige Langtriebe in die waagerechte geleitet und dort angebunden, oder zumindest fächeratig nach oben geführt. Diese Triebe wachsen dann zwar langsamer, bilden jedoch viele Seitentriebe, die jeweils wie gewohnt beschnitten werden.

 

In den ersten Jahren versucht man auf diese Weise erstmal ein Grundgerüst aus Basistrieben aufzubauen die in den gewünschten Endhöhen gekappt ("pinziert") werden. Unterhalb der gekappten Enden verzweigen sich die Pflanzen dann wieder und an diesen Seitentrieben bilden sich dann die meisten Blüten. Die Seitentriebe werden bei öfterblühenden Sorten im Frühjahr und/oder nach der Hauptblüte wieder eingekürzt. Am besten bis kurz vor einem nach außen/vorne weisenden "Auge" (einer Triebknospe).

 

Bei freistehenden oder nur an Pfählen o.ä. aufgebundenen Kletterrosen klappt es natürlich nicht mit dem fächerförmigen Aufbinden. Diese sollte man eher so schneiden dass sie wie große Sträucher wachsen. In diesem Fall bindet (oder wickelt) man zwei bis drei kräftige Basistriebe an den Haltepfahl o.ä. und schneidet die restlichen (äußeren) in verschiedenen Höhen zurück. Würde man alle direkt nach oben wachsen lassen gäbe es sonst im unteren Bereich eventuell Verkahlungen, auf jeden all aber weniger Blüten.

Mit den Seitentrieben verfährt man genauso wie bei den Kletterrosen an Wänden und erreicht dadurch eine stärkere und/oder frühere Nachblüte. Einen Verjüngung erreichen sie indem sie jährlich die ganz alten Triebe ( 4 Jahre und älter) bis an die Basis herunter schneiden. Es werden sich sicher neue, frische Grundtriebe bilden.

Einmalblühende Kletter/Ramblerrosen

 

Junge Einmalblüher schneidet man wenn genug Platz zur Verfügung steht gar nicht, sondern biegt ihre Triebe in die Horizontale, oder zumindest in die Schräge. Durch den Saftstau der sich in den Ruten bildet wird die Rose angeregt blühfreudige Seitentriebe zu bilden.

 

Ältere Einmalblüher schneidet man in der Regel nach der Blüte. Beim Schnitt sollte man alte und trockene sowie zu dicht, oder in die falsche Richtung wachsenden Triebe entfernen. Abgeblühte Seitentriebe schneidet man auf 2-3 Augen zurück.

 

Wenn die Ramblerrosen nach einigen Jahren zu groß werden, oder verkahlen, empfiehlt sich auch hier ein totaler Verjüngungsschnitt. Die Rambler werden dazu nach der Blüte bis zum Boden zurückgeschnitten, nur die im gleichen Jahr gewachsenen Jungtriebe verbleiben als Blütengerüst fürs nächste Jahr.

 

Alle 2 bis 3 Jahre sollte man den ein oder anderen alten Trieb direkt an der Basis entfernen. So sichert man eine kräftige, durchgehende Belaubung und eine Verjüngung der Kletterrosen. Wenn sich die Blütenknospen im Frühsommer beginnen zu entfalten, ist sie bereits mit einer Vielzahl vegetativer Triebe bedeckt. Schneiden Sie alle diese ‚Angelruten’ bis auf zwei bis drei Augen an das Grundgerüst der Pflanze zurück. Dadurch wird die Energie der Pflanze in die Bildung vieler und schöner Blüten gelenkt.

 

Keine Angst, es werden dadurch nicht die Blütentriebe des Folgejahres abgeschnitten. Die Blütentriebe erscheinen dann aus den verbleibenden Augen abwärts. So kann ein extrem starkwüchsiger Rambler unter Kontrolle gehalten werden. Totes Holz und krankes Holz an der Basis wegschneiden.
 

Beet- und Edelrosen:

 

Es gibt eine Regel, die besagt: stark wachsende Pflanzen weniger tief schneiden, als schwach wachsende Rosenstöcke. Die gleiche Regel gilt auch für einzelne Triebe.

 

Beispiel: stark wachsende Triebe auf etwa fünf bis sieben Augen, schwache auf ca. drei Augen und ganz dünne Triebe bis auf drei mm zur Veredelungsstelle abschneiden

Edelrosen können bis auf ca. drei bis sechs Augen zurückgeschnitten werden, das sind ca. 20-30 cm.

 

Wenn Schnittrosen mit kräftigen langen Stielen erzielt werden sollen, dann um 1-2 Augen tiefer schneiden. Bei allen Schnittmaßnahmen sollte aber auf eine schöne halbkugelige Form der Pflanze geachtet werden.

 

Beetrosen stehen meist in Gruppen zusammen und sollten einheitlich vorne am äußeren Rand niedriger und nach hinten ansteigend geschnitten werden. Schnitttiefe bei niedrigen Beetrosen 20-30cm, (bis auf 2-3 Augen)

 

Faustregel: mindestens um die Hälfte einkürzen, besser noch um 2/3 der Gesamtlänge des Strauches.

 

Bei Kleinstrauchrosen (die zur Blüte ca 1,00m - 1,20m hoch werden) auf 40cm bis höchstens 50 cm zurückschneiden.


Stammrosen

 

Die Schnittmethode hängt allein von der auf Stamm veredelten Rose ab. Handelt es sich bei der Krone um eine Edelrose, wird sie auch wie diese auf ca. 4-6 Augen, das sind etwa 20-30 cm, zurück geschnitten.

 

Bei einer aufgesetzten Beetrose wird auf rund 3-5 Augen geschnitten.

 

Die Krone von Trauerstämmen ist meist eine Rambler– oder eine Bodendeckerrose. Ein Teil der Kronentriebe sollte auf ca. 20 cm eingekürzt werden, um einer Verkahlung der Krone vorzubeugen. Die restlichen Triebe nach Gefühl in unterschiedlicher Länge bis zu maximal 80 cm zurückschneiden.

 

Es kommt gelegentlich vor, dass Triebe aus der Veredelungsunterlage herauswachsen. Meist erkennt man diese an der blasseren, eventuell graugrünen Laubfarbe und winzigen Stacheln, die wie Haifischflossen aussehen. Bei einer Stammrose können sie sicher sein, dass alle Triebe die von unten wachsen, auch Wildtriebe sind

 

Diese Wildtriebe sollten entfernt werden, da sie der Rose sehr viel Kraft und Energie rauben.Dazu legt man möglichst vorsichtig den Wurzelhals der Rose frei und reißt den Wildtrieb direkt an der Wurzel ab. Ist der Trieb zu dick oder kommt man nicht an die Anwuchsstelle heran, schneidet man ihn in Bodennähe ab, mit der Zeit erlahmt dann die Kraft und der Trieb stirbt ab.


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Das Schneiden der Rosen - kurz und knapp erklärt
Hier haben sie die Möglichkeit sich unsere Art des Rosenschneidens als PDF Datei herunter zu laden
Für alle, die keine Lust haben viel zu lesen haben wir den Rosenschnitt hier so kurz wie möglich erklärt.
Rosen schneiden in Kurzform.pdf
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Wer es doch gern etwas genauer wissen möchte, hat auf den vorherigen Seiten die Möglichkeit zu den einzelnen Rosensorten

eine ausführliche Anleitung mit Bildern anzusehen.

Dort verraten wir, wie teilweise sehr individuell,

wir unsere Rosen schneiden.

Der Griff zur Schere lohnt sich!

Mit dem richtigen Schnitt bleiben die Rosen gesund und in Form.