Der Sommerschnitt

oder wie man Verblühtes richtig ausschneidet

Sommerschnitt der verschiedenen Rosensorten. Wildtriebe erkennen und richtig entfernen

 

Schnitt der Rosen nach der ersten Blüte

Der sogenannte Sommerschnitt bei Rosen hat natürlich nichts mit den bisher beschriebenen Schnittmaßnahmen im Frühjahr zu tun, sondern bezieht sich auf den Rückschnitt des Verblühten Ende Juni bis Mitte Juli

Nach der Juniblüte sollten alle öfterblühenden Zwerg-, Beet-,Strauch-,Kletter-und Edelrosen bis unter die Blüte bzw.den Blütenstand zurückgeschnitten werden. Dieser Sommerschnitt regt die Bildung neuer Blüten an.

Allerdings gibt es bei der Schnitttiefe der einzelnen Rosenarten ein paar wenige Dinge zu beachten, denn wie weit die verblühten Triebe zurückgeschnitten werden müssen, hängt in der Regel auch vom Wuchs der jeweiligen Rose ab

Sommerschnitt bei Beetrosen

Sommerschnitt Beetrose Milano Floribunda
Beetrose Milano Floribunda

Zu den Beetrosen gehören die Polyantharosen, Floribunda, Zwergrosen und Bodendeckerrosen, sowie auch die Edelrosen.

Diese Rosen sollen idealerweise einen kompakten, gleichmäßigen Wuchs haben, sowie an den kurzen Trieben viele Blüten ausbilden, daher ist es hier wichtig das Verblühte bis zum nächsten voll ausgebildeten Fünferblatt zurück zu schneiden

Tipp: Schaut man sich einen Rosentrieb einmal genauer an, sieht man direkt unter der Blüte nur dreifach gefiederte Blätter. In den Achseln dieser Blätter befinden sich schwache, schlecht blühfähige Augen. Deshalb sucht man sich für den Schnitt tiefere Stellen aus, oberhalb der ersten fünffach gefiederten Blätter.Geschnitten wird über einem nach außen stehenden Auge, also einem Blatt, das nach außen zeigt. Die Rosenschere wird leicht schräg, weg vom Auge angesetzt und der Trieb mit der verwelkten Blüte in einer Bewegung abgeschnitten. So wird gewährleistet, dass Wasser vom Auge weggeleitet wird, und nicht in die Knospe fließt, wo es einen Nährboden für Krankheitserreger bieten kann.

 

Bei den Beetrosen schneidet man daher folgendermaßen:

  • Blütentrieb bis dorthin zurückschneiden, wo das nächste gut ausgebildete Fünfblatt wächst
  • Bei Edelrosen und Tee-Hybriden wird ebenfalls bis auf das erste vollständige Blatt zurück geschnitten, das ist bei diesen Sorten aber oft erst das dritte oder sogar fünfte Blatt.  Das Auge an dieser Schnittstelle ist das stärkste und treibt am schnellsten durch und bildet schon bald wieder Blüten.
  • Bei langstieligen Edelrosen sollte der Schnitt unbedingt bis zur Wuchshöhe des Strauches reichen, das sind meist so um die 20-30 cm die man abscheiden sollte
  • Nach dem Schnitt sollten die Rosen mit etwas neuem Dünger versorgt werden.
  • Nach dem Sommerschnitt dauert es ca. 6 Wochen bis die Rosen erneut blühen.

Tipp: Wenn Sie ein ganzes Beet der gleichen Rosensorte (Beet,-Bodendecker,-Kleinstrauchrosen) haben,

schneiden wir diese erst zurück wenn ca. 80% der Rosen auf dem Beet verblüht sind.Schneidet man immer sofort die einzelnen Blütendolden aus bekommt man keine reiche zweite Vollblüte. Die Rosen blühen zwar durch aber deutlich mit geringer Blütenfülle

Sommerschnitt Edelrosen
Sommerschnitt Edelrosen

Edelrose Acapella bei dieser langstieligen Edelrose muss Verblühtes mindestens 20cm tief zurück geschnitten werden, da sie sonst zur nächsten Blüte viel zu hoch wachsen würde


eine weitere Möglichkeit Beetrosen zu schneiden:

So bekommen sie einen kontinuierlichen Blütenflor über den ganzen Sommer hinweg. Allerdings dann nicht so eine gleichmäßige Blütenfülle wie auf dem Foto der Milano zu sehen ist

  • Um die Blühpausen zwischen den Blütenfloren zu verringern werden ca. 3 Wochen vor der ersten Blüte knospentragende Rosentriebe ausgedünnt ( pinziert)
  • Bei jedem dritten, vierten Trieb Blütenknospen und 3 bis 4 Blätter unter den Knospen zurückschneiden
  • Noch während die verbliebenen Triebe für die erste Blüte sorgen, fangen die beschnittenen Triebe wieder an zu wachsen
  • Sie blühen ein paar Wochen nach dem ersten Flor
  • Inzwischen wurden die Triebe der ersten Blüte gekürzt, die nun wiederum Knospen nachlegen
  • Beim Ausdünnen bevorzugt besonders wüchsige Triebe einkürzen
  • Es ist ratsam besonders lang wachsende, mastige Triebe bis auf Strauchhöhe einzukürzen, denn diese würden während der ersten Blüte ohnehin zu hoch schießen.

Sommerschnitt bei öfterblühenden Strauchrosen

  • Bei allen öfterblühenden Strauchrosen das Verblühte mit drei bis vier Blättern ausschneiden.
  • Zu starke, mastige Triebe sollten bis zur Strauchform passend eingekürzt werden. Das ergibt einen schönen harmonisch wachsenden Strauch
  • Ab Mitte/Ende Juni treiben einige Strauchrosen lange Basistriebe aus, die sogenannten Johannitriebe. Diese sollten zunächst am Strauch bleiben, auch wenn diese langen Triebe im August/September über die normale Strauchhöhe hinauswachsen. Diese Basistriebe sind wichtig zur Verjüngung des Strauches und reifen über den Winter aus; erst beim Frühjahrsschnitt werden die Johannitriebe der letzten Saison auf die Strauchhöhe eingekürzt.
Sommerschnitt Strauchrose Dornröschenschloß Sababurg
Strauchrose Dornröschenschloß Sababurg

Bei dieser in großen Büscheln blühenden Strauchrose Dornröschenschloß Sababurg kann man einzelne verblühte Rosen vorsichtig ausknipsen. Geschnitten wird erst wenn alle Dolden verblüht sind.


Sommerschnitt bei öfterblühenden Ramblern/Kletterrosen

  • Wenn die Rosen verblüht sind schneidet man  oberhalb des ersten voll entwickelten Laubblattes zurück (also das erste Fiederblatt mit 5 bzw. 7 Einzelblättern).
  • In den Blattachseln sitzen die Augen, aus denen sich neue Triebe und Blüten entwickeln
  • Rosen blühen generell am Triebende. Wenn man sie ausschneidet nach der Blüte, wächst sie da nicht weiter, sondern eben aus den Augen in den Blattachseln. Daher auch der Sinn des waagerechten Bindens der Kletterrosen da die Rose, weil sie ja nach oben strebt, aus den Blattachseln neue Triebe macht, die dann am Triebende blühen.
  • Für den Fall, dass eine Fülle an Jungtrieben das Erscheinungsbild des Kletterers beeinträchtigt, ist es ratsam, sie zwischen den blühenden Zweigen ein oder anzubinden. Nur wenn diese Triebe stören kann man sie auch ganz zurückschneiden.
Sommerschnitt Kletterrose Laguna
Kletterrose Laguna

Die Kletterrose Laguna blüht ebenfalls in großen Dolden. Auch hier kann man einzelne verblühte Rosen erst einmal ausknipsen. Sind alle Rosen verblüht schneidet man die Dolde bis auf das erste voll ausgebildete Blatt zurück.


Sommerschnitt der einmalblühenden Kletter und Ramblerrosen

Im Sommer zwischen Anfang Juli und Ende August werden bei uns die einmal blühenden Rambler und Kletterrosen geschnitten

  • Ältere Einmalblüher schneidet man immer nach der Blüte. Der Schnitt beschränkt sich in erster Linie auf das Auslichten und Entfernen alter und trockener Triebe.
  • Abgeblühte Seitentriebe schneidet man auf 2-3 Augen zurück.
  • Bei Ramblerrosen an Bögen können sehr mächtige verblühte Triebe entweder in den Bogen eingebunden, oder passend geschnitten werden
  • Wenn die Ramblerrosen nach einigen Jahren zu groß werden, oder verkahlen, empfiehlt sich hier ein totaler Verjüngungsschnitt. Die Rambler werden dazu nach der Blüte bis zum Boden zurück geschnitten, nur die im gleichen Jahr gewachsenen Jungtriebe verbleiben als Blütengerüst fürs nächste Jahr.
  • Die Seitentriebe der Rambler neigen oft dazu "aus der Richtung" zu wachsen, sollte das passieren kürzen Sie diese im Sommer nach der Blüte oder im Herbst auf bis zu 2 Augen vom Haupttrieb ein.
  • Allerdings schneiden wir einige einmalblühende Rambler auch erst im Frühjahr. Warum wir das tun lesen sie unter: Rosen/Schnitt/einmalblühende Ramblerrosen schneiden
Sommerschnitt einmalblühende Kletterrose Flammentanz
einmalblühende Kletterrose Flammentanz

Die Flammentanz wird nach der Blüte nicht geschnitten, da sie wunderschöne große Hagebutten ausbildet. Ihren Schnitt bekommt sie erst im Frühjahr. Alle Johannitriebe die dieser Kletterer nach der Blüte treibt werden an der Rose gelassen und im Frühjahr mit eingebunden. Dort bilden sich dann die meisten Blütenknospen


Sommerschnitt der einmal blühende Strauchrosen

 

Einmalblühende Strauchrosen müssen häufig schon während oder kurz vor der ersten Blüte etwas geschnitten werden. Bei vielen Sorten wachsen bereits zu dieser Zeit viele kräftige Triebe ohne Blütenknospen über den Strauch hinaus und bedecken damit die Blütenknospen. Diese müssen eingekürzt werden. Einmal blühende Rosen werden im Laufe des Jahres sogar dreimal geschnitten.

 

Der erste Rückschnitt

erfolgt im Frühsommer, kurz vor dem Aufbrechen der Blütenknospen. Es werden alle vegetativen Triebe (Triebe ohne Blütenknospen) zurück geschnitten, sobald an den vorjährigen Trieben die Blütenknospen aufbrechen und etwas Farbe zeigen.

                                                    Der zweite Rückschnitt

Nach der Blüte erfolgt ein zweiter Schnitt. Nunmehr werden alle Triebe entfernt, die durch das Gewicht der Blüten nach unten gebogen sind.

Die Zweige richten sich alsbald wieder auf und im nächsten Jahr erscheinen die Blüten ab dem nächsten Knospenansatz unterhalb der Schnittstelle.

Haben sich erneut vegetative Triebe gebildet, sind sie bis auf die Höhe der blütentragenden Zweige einzukürzen. Möchten sie das die Rosen Hagebutten ansetzen sollte man natürlich auf den zweiten Schnitt nach der Blüte verzichten.

Der dritte Rückschnitt

Alte Rosen wachsen kräftig in die Höhe, verkahlen unten und werden unansehnlich. Damit der Strauch in Form bleibt, erfolgt zwischen Herbst und Frühjahr der endgültige Rückschnitt. Wie dieser Schnitt erfolgen sollte, sowie weitere Tipps zum Schneiden der historischen Rosen erhalten sie unter: Rosen/Schnitt/einmalblühende "Alte" Rosen schneiden

 

  Was sind vegetative Triebe? 

  • Es gibt zwei Arten von Trieben. Triebe die mit Blütenknospen bedeckt sind, und vegetative Triebe ohne Blütenansatz. Läst man die Vegetativen stehen, verdecken sie bald die Blüte.  Der Gesamteindruck der Pflanze leidet darunter und die meiste Energie geht in diese Triebe. Schneidet man sie bis zur Höhe der Blüten zurück geht die Energie in die Blüten und das Aussehen der Pflanze verbessert sich.
  • Tipp: Durch den Schnitt der alten Rosen nach der Blüte regen sie einen Austrieb der Seitenknospen an. Durch diese pflegerische Maßnahme bleibt die Rose kompakter und Stützen der überlangen Triebe, oder ein Zusammenbinden des Strauches wird überflüssig.
  • Während sie schneiden, achten sie auch hier auf die Architektur, Form und Proportionen der Sträucher, treten sie immer mal wieder einen Schritt zurück, schneiden sie nach und mit Gefühl kompakte, ansprechende Büsche.
Alte Rosen schneiden Albarose Mme Plantier
Mme Plantier im Juni
alte Rosen schneiden Albarose Blush Hip
Albarose Blush Hip

Ein Vergleich: links Albarose Mme Plantier nach dem 2. Korrekturschnitt kurz vor der Blüte im Juni. Ein gleichmäßig rundlich gewachsener Strauch. Rechts: Albarose Blush Hip ungeschnitten. Beides hat seinen Reiz. Allerdings nimmt Blush Hip so doppelt so viel Platz ein


Wildtriebe entfernen

Auch das Entfernen der Wildtriebe gehört zu den Pflegemaßnahme im Sommer. Idealerweise sollte der Wildtrieb an seiner Austriebstelle abgerissen werden. Manchmal ist es dafür notwendig, die Erde so weit zu entfernen, dass man die Ansatzstelle an der Wurzel der Rose erkennt. Wenn man Triebe abschneidet, sollte man das direkt am Ansatz machen.

 

Was sind eigentlich Wildtriebe?

  • Wildtriebe sind Triebe, die aus der Veredlungsunterlage (Wurzel ) stammen. Es handelt sich dabei um eine Form der Hundsrose (Rosa canina). Man erkennt sie an den 7-8 fach gefiederten matt-grünen, relativ kleinen Blättern. Sie haben kaum Bestachelung und blühen erst im zweiten Standjahr mit einer einfachen zartrosa Blüte. Die Blätter der Edelsorte sind meist größer und dunkel glänzend, oft ist der Austrieb rötlich. Die veredelte Zuchtsorte wird auf diese wilde Unterlage gesetzt, weil sie alleine zu schwach ist, um in normalen Boden zu wachsen und Wurzeln zu bilden. Wenn die wilde Unterlage anfängt auszutreiben sollte man sie schleunigst darin hindern, denn sonnst haben sie bald nur noch schlichte Wildrosenblüten
  • Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Rosentriebe mit 7-fach gefiederten Blättern automatisch Wildtriebe sein müssen. Fast alle Rosen bringen auch sieben oder neun Blättchen hervor. Das ist sortentypisch und normal. Findet man einen Wildtrieb sollte man ihn bis zum Ursprungsort „verfolgen“ und dann ausbrechen.


    Tipp: Wenn Sie eine veredelte Rose im Garten haben, sollten Sie wissen, wo die Veredelung sitzt, um die Wildtriebe auch wirklich sicher zu erkennen. Denn die Unterscheidung nach fünf oder mehr Blättern ist nur ein Anhaltspunkt; auch die Veredelungen kommen manchmal auf die Idee, sieben- oder neunblättrige Triebe zu schießen – und werden dieser nicht selten rücksichtslos beraubt, weil der beschneidende Gärtner aus Unkenntnis einfach "alle Triebe unten entfernt".

 

Dieser Wildtrieb muss möglichst an der Ansatzstelle in der Erde an der Wurzel entfernt werden, weil sonst die Edeltriebe überwuchert werden und verkümmern. Wenn ein frischer Trieb anders aussieht (meist hellgrünes, kleineres Laub), legen Sie ihn vorsichtig frei und reißen Sie ihn an der Wurzel ab, wenn er unter der Veredlungsstelle aus der Wurzel kommt. Quelle: europa-rosarium.de

Deutliche Unterschiede: links der klein und helllaubige Wildtrieb, rechts der großlaubige Edeltrieb. Quelle Markley

Wildtriebe an Stammrosen muss man erbarmungslos an der Ansatzstelle abschneiden. Quelle Markley



 

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