Faszination Rosen

Unsere schönsten historischen Rosen stellen sich vor

Erfahrungsbericht - ausführliche Beschreibung - Fotos

Foto:www.rosenschule.de
Foto:www.rosenschule.de

Centifolia Muscosa

Sehr alte Moosrose, die bereits im 17. Jahrhundert erstmals beschrieben wurde

und wohl von Holland den Weg nach Europa fand. Sie wird als die vielleicht beste Moosrose

mit kräftigem, buschigem und aufrechtem Wuchs genannt

 

Foto: www.baumschule-clausen.de
Foto: www.baumschule-clausen.de

 

Centifolia Muscosa hat:

Blüten und Laub wie die Urform der R. centifolia. In kälterem Klima erstreckt sich der Flor über mehrere Wochen und verbreitet einen süßen, schweren Duft. Der Strauch ist anspruchslos, wächst kräftig, aufrecht und starkwüchsig. Graugrüne Belaubung, typische Moosrosen-Bestachelung. Gut winterhart.

Die Moosrosen sind seit dem Ende des 17. Jahrhunderts bekannt. Sie entstanden als spontane Mutationen aus einigen Centifolien und wurden von Liebhabern der 'Bauernrosen' über ganz Europa verbreitet. Die große Anzahl der noch vorhandenen Sorten zeugen noch heute von ihrer großen Beliebtheit.

Die grüne bis bräunliche Bemoosung mit harzigen Drüsen verleiht den 'Moosrosen' einen einzigartigen Charme. Die bemoosten Knospen, Fruchtknoten und Kelchblätter duften harzig, ihre Blüten verstömen einen süßen und leicht harzigen Centifolienduft. Alle Moosrosen blühen üppig, manche besitzen schon die Fähigkeit zu remontieren (Nachblüte). 

 

 

Alle Eigenschaften auf einen Blick:

Rosenname: Centifolia Muscosa
Züchter/Jahr Holland 17. Jahrhundert

Besonderheiten:

stark bemooste Triebe, Kelchblätter und Knospen

Rosengattung:

Moosrose, Mutation der Zentifolien

Blühhäufigkeit:

einmal blühend, sehr blühfreudig

Blüte:

mittelgroße nostalgisch gefüllte Blüten

Blütenfarbe:

reines Rosa

Blütengröße:

mittel ca. 6 - 9 cm

Blütezeit:

Ab Ende Mai für 6 Wochen

Duft:

starker süßer Duft

Größe: Höhe x Breite

1,50 m-1,80m x 1,20 m-1,50 m

Laub:

graugrün, dicht

Wuchseigenschaften:

buschig kräftig, aufrecht. Ohne Schnitt bogig überhängend

Standort:

Sonne

Verwendung:

Einzelstellung, Hintergrund von Rabatten, Hecken

Gesundheit Sternrußtau:

sehr gut

Gesundheit Mehltau:

frische Triebe sind etwas anfällig, am besten einfach rausschneiden.

Winterhärte:

sehr gut

 

 

Diese Rose ist noch neu im Garten. Pflanzung Frühjahr 2016

Bilder ab Juni 2017


in dem Buch "Begegnung mit Rosen" von Alma de l`Aigle heißt es zu 'R. centifolia' 'Muscosa' : 

 

ROSA CENTIFOLIA MUSCOSA. Die Moosrose 

 

"...Einer Zentifolie ist es eines Tages eingefallen, eine Mutation zu bilden, indem sie sich mit kleinen grünen Fasern wie Ästelmoos geschmückt hat, vor allem an den Kelchblättern. Kelchblätter von Rosen neigen ja immer leicht zu Verästelungen, aber so hat es vorher noch keine gegeben. Das war in Holland, Ende des 18. Jahrhunderts, und seitdem ist die Moosrose nicht ausgestorben. Es hat ja auch einen ganz besonderen Reiz, daß so eine wölbig-rundlich gebaute Zentifolie ihre Blüten einbettet in ein Kissen von feinen Moosfasern, die fast noch schöner duften als die Blüte selbst. 

 

Rosa centifolia muscosa wie zärtlich das schon klingt: muscosa - als wenn die Mutter mit dem kleinen Kinde kost. 

 

Alle moosigen Rosen, auch die weiße Blanche moreau, haben diesen vertrauten Duft, zärtlich und mütterlich. Er gehört ins Märchen - da ist ein Lager von Moos im Waldhaus - Oh, da ist Heimstatt, da ist offener Herd. Und die Kinder haben im Wald Tannenzapfen gesucht, die nähren das Feuer, und alles duftet nach Harz, sogar die Haut der Menschen nimmt den waldigen harzigen Duft an. Nicht einmal, mehrere Male schon habe ich Menschen ganz unabhängig voneinander erzählen hören: »Die Lieblingsblume meiner Mutter war die Moosrose.« Auch unserer Mutter Lieblingsblume war die Moosrose. Zu ihrer Verlobung hatte sie ein festliches Tassenservice mit handgemalten Moosrosen bekommen. Unsere ganze Kindheit hindurch kamen die »Moosrosentassen« immer bei festlichen Gelegenheiten auf den Tisch. 

 

In jedem Jahr, zu einer bestimmten Zeit, heute noch, kann man an der Straße und in den Blumenläden Moosrosen kaufen, und viele Menschen halten an ihrer Tradition fest und nehmen sich einen Strauß mit nach Hause. Dort in der Vase blühen die ganz von Moos umhüllten Knospen auf, erst kugelig, dann wölben sich die äußeren Blütenblätterkreise abwärts, wie bei der Rose des Peintres, aber die Farbe ist milder. 

Im Garten sind die Moosrosenbüsche immer gut in Laub. Die neuen Triebe sind zartgrün und ragen aus der Gesamtgestalt der schön aufgebauten Büsche nicht weit heraus. 

Und diese Rose, die für unser Gemüt so viel bedeutet, ist vollkommen winterhart. ..." 

 

Quelle: Alma de L´Aigle "Begegnung mit Rosen"

2. Auflage 1977 Verlag Frick, Moos, Bodensee

 

Weitere Rosen der Gattung Moosrosen:

 

'A Longs Pédoncules', Moreau-Robert, Frankreich 1854, pink

'Alfred de Dalmas', Frankreich 1855, weiß, duftend;

'Catherine de Württemberg', 1843, lila-rosa;

'Eugénie Guinoisseau', Bertrand Guinoisseau, Frankreich 1864, kirschrot bis violettpupur, sehr winterhart;

'Général Kléber', Moreau-Robert, Frankreich 1856, rosa;

'Mousseux Ancien', Vibert, Frankreich, 1825, rot, stark duftend;

'Muscosa', 17. Jahrhundert, rosa, sehr winterhart;

'Muscosa Alba', synonym 'Shailer’s White Moss', 1788, rosa;

'Muscosa Rubra', unbekannt, purpurrot;

'William Lobb', 1855, purpurrot;

'Zoé', Vibert, Frankreich 1830, rosa;


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